Für Denunziantentum darf kein Platz sein

Hermann Sehringer

Von Hermann Sehringer (Gengenbach)

Fr, 12. Oktober 2018

Leserbriefe

Die AfD fordert Schüler auf, ihr Lehrer zu melden, die sich negativ über die AfD äußern. Sie will dann mit den so denunzierten Lehrern ein Gespräch führen. Ja, kennt denn die AfD unsere Landesverfassung nicht? Dort heißt es in Artikel 17 (2): "Die Schulaufsicht wird durch fachmännisch vorgebildete, hauptamtlich tätige Beamte ausgeübt." Für Fehlverhalten von Lehrern ist also die staatliche Schulaufsicht zuständig, an die sich jedermann wenden kann. Und nun kommt diese Partei und will sich Aufgaben der Schulaufsicht anmaßen. Und wenn sich Lehrerinnen und Lehrer nicht einschüchtern lassen? Werden dann Schüler, die der Jungen Alternative angehören, wie damals Hitler-Jugend-Angehörige verbal oder tätlich gegen diese Lehrkräfte vorgehen?

Nein! Für Denunziantentum darf in unseren Schulen kein Platz sein. Dagegen muss mit Toleranz und Achtung vor Andersdenkenden kontrovers diskutiert werden können. Das gehört zur Einübung der Demokratie, was als Erziehungsziel auch in der Verfassung steht. Wehret den Anfängen!Hermann Sehringer, Gengenbach