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03. August 2012

Lehrerstellen

Für die Schule als Lebensraum brauchen wir mehr und gut ausgebildete Lehrer

Zu: "Schulministerin verteidigt Sparpolitik", Beitrag von Andreas Böhme (Land und Region, 19. Juli):

  1. Jetzt sind Ferien. Die Lehrerstellen aber bleiben ein Dauerthema. Foto: dpa

"Rund 4400 Junglehrer kann das Land für das Schuljahr 2012/13 neu einstellen" – so verkündete es das Kultusportal am 8. Juni. Eine gute Nachricht für alle, die an einer fundierten zukunftsorientierten Bildung in Baden-Württemberg interessiert sind. Aber nur vier Wochen später gibt’s die bittere Pille: "Mehr Bildung für das gleiche Geld muss da wirklich mal Einzug halten", verlangt der Regierungschef und kündigt ab 2013 die sukzessive Streichung von 11 555 Lehrerstellen an, davon bereits 2013 rund 1700. Wer denkt dabei an die zurzeit in Ausbildung befindlichen Lehreranwärter/innen, die vor Jahren in einer aufwendigen Werbekampagne zum Lehramtsstudium gelockt wurden und jetzt wohl 2013 vor den Scherben ihrer Berufswahl stehen?

Keine Junglehrer als Ersatz für Pensionäre, auch kein Unterrichtsausfall und gleichzeitig das Bildungssystem voranbringen? Wer soll die inklusiven Bildungsangebote, die Selbstlernprozesse, die kooperativen Lernformen, den individualisierten Unterricht in Lerngruppen und all das andere, was an Neuerungen seit dem Regierungsantritt verkündet wird, umsetzen, wenn nicht gut ausgebildete Junglehrer? Schule als Lebensraum, in dem unterrichtliche, lernende und gemeinschaftsbildende Aktivitäten den Tag ausfüllen, lebt von einem guten Beziehungsangebot. Um dieses zu gewährleisten, brauchen wir mehr und gut ausgebildete Lehrer. Mehr Bildung fürs gleiche Geld? Das stimmt in doppelter Weise nicht: Wir werden einen Qualitätsverlust erleiden.

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Autor: Dr. Bernd und Hiltrud Hainmüller, Freiburg


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