Homöopathie

Glaube versetzt angeblich Berge

Manfred Ullrich, Denzlingen

Von Manfred Ullrich & Denzlingen

Sa, 15. November 2014

Leserbriefe

Zu: "Das ist einfach absurd", BZ-Interview mit dem Wissenschaftsjournalisten Christian Weymayr von Michael Brendler (Gesund Leben, 3. November):

Der Artikel drückt das aus, was schon lange meine Meinung dazu ist. Das soll aber nicht heißen, dass ich Homöopathie für unwirksam halte. Die Wirkung ist ein Placebo-Effekt, und den Placebo-Effekt gibt es wirklich; das ist mit wissenschaftlichen Untersuchungen vielfach bestätigt worden. Insofern wirkt das Einnehmen von Globuli als ein Ritual, das den Placebo-Effekt einzuleiten hilft oder gar erst ermöglicht. Das heißt wiederum, dass jemand, der nicht an Homöopathie glaubt, höchstwahrscheinlich keinen Nutzen davon haben kann. Insofern wäre ich also tatsächlich benachteiligt!

Irgendwo gelesen habe ich auch schon mal, die bei Homöopathie üblichen "Potenzierungen" seien so hoch, dass es dem entspräche, als würde jemand ein Trinkglas voll Wirkstoff in den Bodensee kippen, und ein anderer entnimmt später ein Glas Bodenseewasser und trinkt dies. Nun muss man sich mal vorstellen, wie unzählig viele sonstige Wirkstoffe – positiv oder negativ wirkend – mit ähnlicher Konzentration sowieso in diesem Glas Wasser drinstecken. Eine speziell beabsichtigte Wirkung würde also von allen anderen Wirkungen total überdeckt werden. Homöopathie ist also Glaubenssache – und Glaube versetzt angeblich Berge. Meine Frau übrigens glaubt an Homöopathie.