Flüchtlinge

Heimatlose Menschen werden wie Schachfiguren hin- und hergeschoben

Pia Joost (Bad Krozingen)

Von Pia Joost (Bad Krozingen)

Mi, 11. Juli 2018

Leserbriefe

Zu: "Befremdete Nachbarn", Leitartikel von Johannes Dieterich (Politik, 28. Juni)

"Sommertheater mit Happy End" – Applaus? Das Publikum ist geteilter Meinung. Warten wir ab, was in der nächsten Spielzeit auf dem Programm steht.

Ich hoffe, dass es nicht zu spät ist, der BZ und dem Verfasser Johannes Dieterich für diesen Artikel zu danken. Es ist beeindruckend, dass endlich jemand die Wurzeln der Flüchtlingsmisere so deutlich aufzeigt, denn besser kann man die Situation nicht beschreiben.

Da ist vor allem der Hinweis auf den verheerenden Kolonialismus; weiterhin geht es um die Gelder, die an undemokratische Staaten und korrupte "Regierungschefs" gezahlt werden und die in dunklen Kanälen spurlos verschwinden, anstatt dass sie der Bevölkerung zugute zu kommen.

Inzwischen werden heimatlose, verzweifelte Menschen wie Schachfiguren hin- und hergeschoben, während sie im Jahr 2015 noch mit offenen Armen willkommen geheißen wurden.

Nur vor Ort könnten die Probleme gelöst werden, und zwar mit unserer finanziellen Hilfe. Diese Hilfe wäre im Grunde nichts anderes als der Versuch einer Wiedergutmachung für jahrhundertelange Ausbeutung eines Kontinents durch Europa.

Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass die Flüchtlingsproblematik durch Einrichtung von "Auffanglagern" oder Geldzahlungen an "Pufferstaaten" gelöst werden kann. Damit bürden wir unsere Probleme nur anderen Staaten auf.

Pia Joost, Bad Krozingen