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04. Februar 2012

Waffengeschäfte der Politik

Ich hatte einen Aufschrei erwartet

Zu: "Politiker und Militärs im Waffenwahn", Gerd Höhler (Wirtschaft, 19. Januar):

Eigentlich hätte nach diesem Artikel ein fassungsloser Aufschrei durch das Verbreitungsgebiet der Badischen Zeitung gehen sollen – doch, kaum etwas regt sich. Ist es Schockstarre, ungläubiges Verharren oder schlimmer noch: Gleichgültigkeit? Die Reaktion auf diesen brillanten Artikel waren gerade einmal zwei(!) Leserbriefe – der Papstbesuch und die Wulff-Affäre brachten es auf wesentlich mehr Beträge.

Momentan hat die politische Akrobatik mit großen, unvorstellbaren Zahlen noch keine ernsthaften Auswirkungen auf unser Leben hier. Doch sollte uns dieser Drahtseilakt mitsamt seinen Rettungsschirmen um die Ohren fliegen, dann wissen wir jetzt wenigstens warum...

Nur, die Waffenindustrie wird unsere Wirtschaft dann auch nicht mehr retten können. Die Waffenexporte der vergangenen Jahre nach Griechenland haben wir über Kredite ja quasi auch schon selbst bezahlt. Noch in keiner Diskussionsrunde, und davon gab es in den letzten Monaten unzählige, konnte man eine ähnlich klare Offenlegung dieser "Geschäfte" hören, obwohl diese Datenrecherchen doch auch noch anderen Journalisten möglich gewesen wären. Weitere Erklärungsversuche der Eurokrise sind nach diesem Artikel eigentlich überflüssig.

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Autor: Inge Baumgartner, Freiburg