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13. März 2010

Jetzt weiß man mit dem Wort "Wendehals" sehr viel mehr anzufangen

Selten wurde so schamlos der Versuch gemacht, unsere Gesellschaft zu spalten. Da werden Arbeitnehmer gegen Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger ausgespielt. Da wird unser Staat diffamiert, der sein Geld nur an Arbeitsunwillige verteilt. Da redet Guido Westerwelle, als historisch Unwissender, von spätrömischer Dekadenz und von Sozialismus, wenn von Hilfe für Kinder, Kranke, Arbeitslose und von staatlicher Hilfe abhängigen, weil zu Hungerlöhnen arbeitenden, Menschen die Rede ist. Es ist ein gezieltes Ablenkungsmanöver und ich befürchte, dass so mancher darauf reinfällt.

Kein Wort davon, dass der frei von Regeln agierende Kapitalismus, wie ihn die FDP immer propagierte, einen Großteil Schuld am Elend in der Welt hat. Der freie Markt hat kein soziales Gewissen, er nimmt keine Rücksicht auf die Schwächsten der Gesellschaft. Er spaltet die Arbeitnehmerschaft ganz bewusst.

So schafft man gezielt Uneinigkeit der unteren sozialen Schichten. Immer mehr Leute gehören zu den Verlierern und immer mehr Menschen haben Angst vor dem sozialen Abstieg. Frei nach Westerwelle ist an allem der Staat schuld. Kein Wort davon, dass sich ein kleiner Teil der Gesellschaft, den größten Teil des Kuchens, der da Bruttosozialprodukt heißt, in die Taschen steckt. Kein Wort davon, dass, im Gegensatz zu den ersten Nachkriegsjahrzehnten, der "Aufschwung" bei den Menschen nicht ankam. Einige Wenige bekommen Ihren Hals nicht voll und einige Wenige überfordern auch unseren Staat. Dazu gehören viele unserer Großunternehmen, Pharmariesen, Steuerflüchtlinge. Vor der Wahl lief Herr Westerwelle mit dem "liberalen Sparbuch" spazieren. Nach der Wiedervereinigung machte das Wort von den "Wendehälsen" die Runde. Schaue man sich einfach mal einen Teil unserer Politiker an und vergleiche genau, was sie als Opposition sagen und tun und was in Regierungsverantwortung. Wer das macht, weiß mit dem Wort "Wendehals" sehr viel mehr anzufangen.

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Autor: Klaus Hatz, Offenburg