Esperanto

Keineswegs eine kühle und abweisende Sprache

Dr. Manfred Westermayer, Gundelfingen

Von Dr. Manfred Westermayer & Gundelfingen

Fr, 21. April 2017

Leserbriefe

Zu: "Wir sind die Guten", Beitrag von Martin Halter (Kultur, 12. April):

Vielen Dank, Herr Halter, für die umfassende Erinnerung an Esperanto. Ja, es gibt manches Skurrile auch zu Esperanto und die geniale Sprache hat auch ihre Problemzonen. Aber sie ist gerade das Gegenteil von kühl und abweisend, das habe ich persönlich in vielen eurasischen Ländern erlebt. Dass Esperanto bereits nach dem Ersten Weltkrieg den Niedergang erlebte, ist grottenfalsch; in den 20er Jahren erlebte Esperanto einen Hype. Dass Englisch das Esperanto von heute sei, trifft wegen der komplexen Sprache leider auch nicht zu – man braucht ziemlich lange, um halbwegs auf Augenhöhe mit einem Engländer zu reden. Und noch lange nicht überall kann man sich auf Englisch verständigen. Ja, Esperantisten trifft man meist nicht zufällig, aber man findet in fast jedem Land welche. Nur in Nordkorea ist Esperanto noch verboten. Im Rieselfeld in Freiburg gibt es die Max-Josef-Metzger-Straße, der wegen seines friedenspolitischen Engagements mittels Esperanto von den Nazis hingerichtet wurde. Wir hoffen, dass es bald eine Lidia-Zamenhof-Straße gibt. Die Tochter des Esperanto-Schöpfers hat die friedenspolitische Komponente international vertreten und wurde 1942 von Nazis ermordet.
Dr. Manfred Westermayer, Gundelfingen