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10. Februar 2012
US-Armee im Irak
Kriegsverbrechen bleiben ungesühnt
Zu: "Iraker erbost über Urteil wegen Massakers", Agenturbeitrag (Politik, 26. Januar):
In den meisten US-Bundesstaaten können Mörder zum Tode verurteilt werden. Darüber hinaus sind viele Jugendliche unter 16 Jahren zu lebenslangen Haftstrafen ohne Möglichkeit einer Begnadigung verurteilt worden, auch wenn sie selbst keinen Mord begangen haben und zufällig in ein Mordgeschehen verwickelt wurden.
Demgegenüber muss man mit Empörung zur Kenntnis nehmen, dass eines der schwersten Kriegsverbrechen der US-Armee völlig ungesühnt bleibt. Acht US- Soldaten zogen im November 2005 nach dem Tod eines Kameraden mordend durch eine irakische Stadt und hinterließen ein Bild des Grauens: 24 getötete Zivilisten, darunter zehn Frauen und Kinder. Die Strafverfahren gegen die beteiligten Soldaten wurden eingestellt, lediglich der befehlshabende Unteroffizier erhielt eine Haftstrafe von drei Monaten, die er aber nicht antreten muss.
Die unterschiedlichen Strafmaße für Verbrechen an US-Bürgern und Ausländern sind himmelschreiend: Die Ermordung von Menschen aus anderen Kulturkreisen lassen US-Justiz und Gesellschaft kalt. Dies ist zynisch, zumal in einem Land, das sich christlichen Werten verschrieben hat.
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Autor: Joachim Hradetzky, Freiburg
