Lesermeinung

Walter Hochreiter, Weil am Rhein

Von Walter Hochreiter & Weil am Rhein

So, 14. Januar 2018

Leserbriefe

PENDELN

ZU UNSERER SCHWERPUNKTAUSGABE "PENDELN" AM 7. JANUAR:

Kritisch und fundiert

Das war wirklich eine ganz großartige Ausgabe mit dem Schwerpunktthema Pendelverkehr. Sie entwickeln sich immer mehr zum wichtigsten Medium einer fundierten kritischen Regionalberichterstattung! Es würde mich freuen, wenn Sie weitere Schwerpunkte planen!
Walter Hochreiter, Weil am Rhein

ZUM ARTIKEL "WAHNSINN IM WAGGON" IN DER SCHWERPUNKTAUSGABE "PENDELN" AM 7. JANUAR:

Bedingungen haben sich verschlechtert

Herzlichen Dank für Ihren Artikel. Der Beginn des Pendlertags ist leider unnötig stressig, aber vielleicht hilft uns etwas Aufmerksamkeit, bei uns kümmert sich ja der Ministerpräsident lieber um die Anbindung seines Provinzflughafens an S21. Das Problem ist seitens der Bahn hausgemacht, definitiv haben sich die Bedingungen über die letzten Jahre verschlechtert.
In den letzten Jahren wurden zum Beispiel zwei vor 7 Uhr fahrende Direktzüge entweder gestrichen oder sind wegen des Verkaufs an die ÖBB mit einer Streckenkarte nicht mehr aufpreisfrei nutzbar. Gleiches gilt für die Zeit nach 21 Uhr, auch dort sind die City Night Liner entfallen oder sind jetzt kostenpflichtig. Hier wäre eigentlich die Politik gefordert, insbesondere wenn man bedenkt, dass in den letzten Jahren massive Investitionen aus Steuermitteln getätigt worden sind, zum Beispiel in den Bau des Katzenbergtunnels und den Streckenausbau. Warum die Bahn gleichzeitig die Anzahl der Verbindungen reduzieren darf, anstatt diese für Pendler ideale Strecke mit einer anständigen Taktung zu versorgen, unbegreiflich.
Wolfgang Leute, Merzhausen

So geht die Bahn mit ihren Kunden um

In der Woche nach Ihrer Berichterstattung durften zahlreiche Pendler folgende Erfahrung machen, die ein gutes Beispiel dafür ist, wie die DB mit ihren Kunden und Zeitkarteninhabern sowie anderen Reisenden umgeht.
Mittwoch, 10. Januar: mal wieder Ausfall des ICE 272 um 18.13 Uhr ab Basel SBB (Begründung unbekannt). Man wurde aufgefordert eine S-Bahn vom Bahnhof SBB zum Badischen Bahnhof zu nehmen, um dann in den dort wartenden ICE 272 umzusteigen.
Diese S-Bahn fuhr dann natürlich auch ein paar Minuten verspätet ab, erreichte Basel Badischer Bahnhof um 18.24 Uhr auf Gleis 10, geschätzt über 100 Reisende rannten von dort zum Gleis 4 um noch die Rücklichter des gerade ausfahrenden ICE 272 zu sehen, der ohne zu warten pünktlich um 18.23 Uhr abgefahren war. Wie im Bericht erwähnt, ist man als regelmäßiger Pendler vieles gewohnt und muss sich schlichtweg damit abfinden. Auch da man auf eine aus Bausteinen zusammengesetzte, nichts sagende Antwort auf eine Beschwerde verzichten kann.
Christian Böckel, Freiburg

Warum in die Ferne schweifen?

Die fehlende journalistische Sorgfalt, eine sauber über mehrere Tage hinweg von Ralf Strittmatter gut recherchierte Reportage mit völlig deplatzierten Agenturbildern zu illustrieren, macht uns ratlos, aber auch ärgerlich. Beide Fotografien haben mit dem Thema "Pendler-ICE von Freiburg nach Basel" nichts zu tun. Die beiden Bildlegenden schaffen es auch nicht recht, Bezüge zum Text herzustellen, die die Verwendung der Illustrationen rechtfertigen könnten. Der Blick in einen leeren Großraumwagen kann es ja wohl nicht sein. Und den indischen Reisenden eine "Art Mobilitätskultur" unterzujubeln, obwohl sich sicher niemand auf dieser Welt eine Leib und Leben gefährdende Fahrt auf dem Dach eines Zuges freiwillig aussucht, ist für uns Ausdruck extremer Überheblichkeit. Hier scheint es dem verantwortlichen Bildredakteur eher darum gegangen zu sein, auf Kosten der wirklich mehr Mobilitätskultur Bedürfenden einen "Eyecatcher" zu setzen, weil er keine fotografische Entsprechung von Situationen mit Menschen unserer Region für die treffliche Aussage der ICE-Pendlerin findet: "Diese Fahrt kehrt das Übelste im Menschen hervor." Diesen Zusammenhang haben die hier abgebildeten Zugreisenden jedoch nicht verdient.
Und überhaupt: Der legendäre Zug fährt doch fast jeden Tag vom Freiburger Bahnhof, da wäre eine aussagekräftige Illustration statt eines Symbolfotos eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Wolfgang Dittrich- Windhüfel und Gisa Wind- hüfel, Freiburg