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11. August 2012

Europa in der Schuldenkrise

Man müsste die Verantwortlichen haftbar machen

Zu: "Der Streit der Wirtschaftsforscher – Glauben, nicht Wissenschaft", Leitartikel von Jörg Buteweg (Politik, 19. Juli):

Die Bundesregierung hat es derzeit leicht. Noch nicht einmal die "fünf Weisen" sind sich über Ursache und Mittel zur Bekämpfung von Europas Problemen einig. Und jede Woche tritt ein anderes Bündnis von Wirtschaftswissenschaftlern mit einem anderen Rezept auf den Plan, dem dann prompt von wieder anderen widersprochen wird. Wirtschaftswissenschaft ist angesichts der Macht der Kapitalmärkte zu vielen Glaubensgemeinschaften mutiert, wie der Raubtierkapitalismus am besten gezähmt werden kann.

Und so kümmert sich die deutsche und europäische Politik nicht um die Ernst zu nehmenden Warnungen, sondern bekämpft die Finanzkrise genau mit dem gleichen Mittel, das sie heraufbeschworen hat – mit der Niedrigzinspolitik und einer Geldschwemme. Liquidität in Billionenhöhe wird geschaffen, ohne dass diese durch reale Werte gedeckt wäre. Ob das gut gehen kann? Würden die Leute auch nur einen Bruchteil ihrer Ersparnisse sehen wollen, bräche alles wie ein Kartenhaus zusammen.

Wie ist den Problemen dann beizukommen? Aus meiner Sicht, indem man alle verantwortlichen Akteure dazu erzieht, mit dem Geld der Sparer und Steuerzahler so umzugehen, wie mit dem eigenen.

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Das kann nur geschehen, indem man alle Verantwortlichen für ihr Treiben haftbar macht – die Banker, die Kanzlerin, Ministerpräsidenten, die Minister bis hin zu den Abgeordneten. Für den Fall des Scheiterns ihrer Therapieversuche und dem Eintritt von Milliardenschäden sollte für die Haftung auch deren Privatvermögen nicht mehr tabu sein. Auch Unternehmer haften für ihre Fehler je nach Gesellschaftsform.

Autor: Albrecht Künstle, Herbolzheim