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20. März 2017

Karikatur

Millionen Bürger in unserem Land sind in die Armutsfalle gerutscht

Zu: Haitzinger-Karikatur vom 10. März:

Einfach genial, wie der Zeichner Horst Haitzinger mit dieser Karikatur einen komplexen Sachverhalt auf den Punkt gebracht hat. Merkel und Seehofer als Kämpfer für den Erhalt von Schröders Agendareformen: Das ist grotesk und heuchlerisch zugleich.

Denn die CDU – unter Helmut Kohl jahrelang unwillens und unfähig zu Reformen des Arbeitsmarkts und des Sozialstaats – ist heute ein satter und selbstzufriedener Aasfresser, der sich vom Zerfall der SPD nährt. Indem die Kohl-CDU die Wähler mit Phrasen wie den "blühenden Landschaften" (Kohl) oder der "sicheren Rente" (Norbert Blüm) eingelullte, gelang es ihr, sich eine bis 1998 währende 16-Jährige (Dauer-)Herrschaft zu sichern.

Als dann Gerhard Schröder mit der Agendapolitik den Sozialstaat ohne Rücksicht auf die traditionellen Wählerschichten der SPD reformierte und damit beinahe die Partei spaltete, schauten CDU und FDP feixend zu und achteten darauf, dass sie für ihre Wirtschaftsklientel noch ein paar lukrative Brocken herausschlagen konnten – wie etwa die einträglichen Geschäfte mit den privaten Riesterrenten-Verträgen, welche die Versicherungskonzerne auf den Markt bringen durften.

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Nachdem Gerhard Schröder den Sozialstaat gründlich ausgeweidet und den Arbeitsmarkt – zur Freude der Unternehmer und auf Kosten der Arbeitnehmer – radikal liberalisiert hatte, begann der erst langsame, dann aber immer schneller werdende Abstieg der SPD von der einstigen Volkspartei zum Mehrheitsbeschaffer der Union. Aber wer will den Millionen Bürgern, die durch Hartz IV in die Armutsfalle gerutscht sind, verdenken, dass sie sich von der SPD nicht mehr vertreten fühlen?Bernd Rottenecker, Hohberg

Autor: Bernd Rottenecker, Hohberg