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08. Februar 2012
Veränderungskongress
Schreibend in die Lächerlichkeit getunkt
Zu: "Die Revolution is(s)t Biocurrywurst – "(Wie) Geht Veränderung?": Ein Kongress im Theater Freiburg", Beitrag von Martin Halter (Kultur, 30. Januar):
Das Theater Freiburg und seine Intendantin Barbara Mundel hat gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung einen Kongress aufs Parkett gelegt, der hauptstadttauglich war: Spannungsbögen, Experimente, Beispiele, zahlreiche intellektuelle und raumdramaturgische Angebote, den Diskurs zu befruchten, Begegnung zu ermöglichen, Gedanken und Gefühle wach zu rütteln.
Ein Kongress, der weit mehr bot als die Selbstbespiegelung der grün-alternativen Freiburger Szene, die uns Martin Halter mit seinem Bericht suggerieren mag. Es tut fast weh, körperlich, beim Lesen, wenn sein Beitrag mit zunehmender Dauer zum Belächelungsdiktat wird. Wenn feuilletongetriebene Sätze verhöhnen, statt zu beleuchten. Wenn einer der wenigen Schwachpunkte des Kongresses, die "Elefantenrunde", zum Kronzeugen berufen wird, um die Veranstaltung schreibend in Lächerlichkeit zu tunken.
"Einmischung ist die einzige Möglichkeit realistisch zu bleiben", schrieb einst Heinrich Böll. Und diese Einmischung hat mehr verdient als selbstgefälligen Spott.
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Autor: Dirk Kron, Freiburg
