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15. Juni 2012

Unverständnis und Abkehr breiten sich weiter aus

Voller Freude und Zuversicht können wir Christen erfahren, dass der Geist Gottes nicht nur an Pfingsten in unsere Pfarreien hineinwirkt. Mit der Unterzeichnung des Aufrufs vieler Priester und Diakone der Erzdiözese Freiburg stellen sie sich auch sichtbar in die Mitte der Katholiken ihrer Gemeinden. Und die Botschaft lautet dabei: Wir zeigen Offenheit statt blinden Gehorsam.

Klar ist: Es kann doch wohl nicht Weisung nach dem Kirchenrecht sein, einen in seinem Inneren gläubigen Christen, der die "Sünde" der Wiederverheiratung nach einer gescheiterten Ehe begangen hat und damit nun auf ewig stigmatisiert sein soll, vom Tisch des Herrn, also vom Kommunionempfang, auszuschließen. Das kann doch auch nicht Teil des viel gepriesenen "Aufbruchs" sein, der nur in Mannheim beim Katholikentag sichtbar und erfahrbar gewesen ist?

Solange der Papst und der Vatikan in Rom aber als Sitz der Weltkirche sich zum Beispiel mit Übersetzungsfragen wie "für alle" oder "für viele" und mit einer unrealistischen Sexualmoral beschäftigen und Verbote erteilen, statt die wirklich brennenden Themen für Menschen unserer Zeit anzugehen, kann die Liebe und der Geist Gottes immer weniger sichtbar werden; Unverständnis und Abkehr breiten sich weiter aus.

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Robert Zollitsch, unserem Freiburger Erzbischof, in seiner schwierigen Lage und den Unterzeichnern wünsche ich Kraft und Stärke zum mutigen und überlebenswichtigen Aufbruch in unserer Kirche und weitere zahlreiche Verfechter ihres Anliegens.

Autor: Karl Kreidler, Freiburg


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