Slow Jogging

Was "slow" ist, hängt immer von der individuellen Fitness ab

Lutz Hertel (Düsseldorf)

Von Lutz Hertel (Düsseldorf)

Fr, 21. September 2018

Leserbriefe

Zu: "Probier’s mal mit Gemütlichkeit!", Unterm Strich von David Weigend (Politik, 12. September)

Es gibt tatsächlich so etwas wie "Gesundheitssport", bei dem nicht die Leistung, sondern der gesundheitliche Nutzen im Vordergrund steht. Auf der anderen Seite ist Spazierengehen sicherlich kein Risikosport, aber es hat gesundheitlich weit geringere Effekte als langsames Laufen. Zahlreichen Hobbyläufern und Ambitionierten vergeht der Spaß, weil sie sich durch zu hohe Intensität überfordern und überlasten – und oft auch verletzen.

Hat Herr Weigend mal in die Gesichter dieser Menschen gesehen, wenn sie ihm draußen begegnen, und dabei ein "stolzes Lächeln" beobachtet? Vermutlich nicht. Mit 180 Schritten pro Minute kann man per se nicht "tranig vor sich hintippeln".

Was "slow" ist, hängt von der individuellen Fitness ab, die man mit Laktatmessung oder Spirorergometrie ziemlich genau messen kann. Für den einen sind es fünf Stundenkilometer, für den anderen 15. Und manche laufen auch bei 20 Stundenkilometern auf Dauer mit einem Lächeln, weil sie eben fit genug dafür sind.

Man kann auch ambitionierten Laufsportlern diese Lauftechnik empfehlen, um sich möglichst lange die Freude am Laufen zu bewahren. Das höhere Tempo ergibt sich übrigens aus der Verlängerung der Schrittweite beim Laufen – sonst nichts. Slow Jogging ist keine Frage des Glaubens. Zahlreiche Wissenschaftler belegen mit zweifelsfreien Daten den Nutzen des langsamen Laufens mit eben dieser Technik. Lutz Hertel, Düsseldorf