Wie sieht es mit der Gerechtigkeit aus?

Eugen Jehle

Von Eugen Jehle (Lauchringen)

Mo, 10. September 2018

Leserbriefe

Zu: "Eine Prüfung für den Rechtsstaat", Leitartikel von Dietmar Ostermann (Politik, 29. August)

Zur Zeit reiben sich viele Leute wieder einmal die Augen. Wie ist das möglich, was in Chemnitz passiert? Was ich in dieser Diskussion in den Medien ganz allgemein vermisse: die Beschäftigung mit den grundsätzlichen Fragen dieser Gesellschaft. Was führt eigentlich dazu, dass wir in Deutschland ein stets weiteres Auseinanderdriften zweier Gruppen haben: der wenigen Menschen, die viel besitzen, und der vielen Menschen, die wenig oder gar nichts haben, idealerweise noch auf einem Berg Schulden sitzen?

Wo liegen die Probleme dafür in der ganzen Welt? Was sind die Ursachen dafür, dass in Deutschland ein kleiner – viel zu kleiner Teil – der Menschen bereit ist, eigene unternehmerische Aktivitäten zu entfalten? Wie steht das in Deutschland mit der Gerechtigkeit (und allen Folgeerscheinungen) in Sachen Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen und insbesondere mit der Bildungsgerechtigkeit?

Die Menschen, die jetzt insbesondere aus Afrika als Flüchtlinge zu uns strömen: Wäre es nicht für alle viel besser, sie hätten in ihrem eigenen Land faire Chancen auf ein würdiges Leben und sollten nicht auch wir alles daran setzen, das zu bewerkstelligen? Diesen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen, die sie in die Lage versetzt, zu Hause zu agieren? Und das sind ja nur einige Stichworte – das heißt die Spitze des Eisberges.

Irgendwann helfen Krokodilstränen nicht mehr weiter. Eugen Jehle, Lauchringen