Verschwendung

Wie steht es mit jedem Einzelnen von uns?

Gabi Fehrenbach-Hilfinger (Bad Krozingen)

Von Gabi Fehrenbach-Hilfinger (Bad Krozingen)

Sa, 19. Januar 2019

Leserbriefe

Zu: "Riesen-Show für nichts", Beitrag von Michael Saurer (Aus aller Welt, 8. Januar)

Zweierlei Maß: Wenn wir den Menschen Glauben schenken, sind sie zum Großteil sozial und, ja, nennen wir es einmal rechtschaffen – so würde man wohl hier in unserer Region sagen. Deshalb dürfen wir auch lospoltern, über das unselige Schnitzel eines Ribéry, der erstaunlicherweise mit anderem Maß gemessen wird als der Rest der Großverdiener. Muss ich aufzählen, wie sie ihre hohen Gehälter verbraten?

Dabei sind doch wir selbst es, die sie füttern. Und wie steht es mit uns, mit jedem Einzelnen von uns? Haben wir nicht eben an Silvester Unsummen ausgegeben dafür, Vergnügen daran zu finden, wenn der Himmel glüht, wenn die tollen bunten Raketen einfach nur so im Nichts verschwinden? Fragen wir uns da, ob das angesichts der Hungernden der Welt in Ordnung ist? Nein. Wir haben einen Anspruch darauf. Uns kümmern dabei keine Vögel, Pferde, Hunde, die entlaufen, überfahren, traumatisiert sind, Senioren, Babys. Wir ballern jedes Jahr aufs Neue drauf los. Von Umweltbelastung und grausamen Verletzungen ganz zu schweigen.

Will man jetzt etwa ein neues Jahr aus diesen Gründen nicht gebührend empfangen? Nein. Wieso denn, das Eine schließt das Andere nicht aus. Das geht. Es wäre doch denkbar, würde die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr auf einem großen Platz, zum Beispiel auf einem Rathausplatz, ein Feuer machen, Raketen und bengalisches Feuer anzünden, zu unserer aller Freude. Die Menschen kommen zusammen, mit einem Glas Sekt in der Hand, und begrüßen gemeinsam das neue Jahr. Es ist höchste Zeit umzudenken. Die Freude am Feuerwerk wäre sicher nicht minder.
Gabi Fehrenbach-Hilfinger, Bad Krozingen