Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
03. Februar 2012
Wir haben noch Hoffnung, etwas ändern zu können
Wenn Herr Kessler nicht durch andere Artikel und vor allem das Publik-Forum bekannt wäre als ein Streiter für eine andere Wirtschaft und Welt, dann würde er allen, die seit Jahrzehnten für den fairen Handel arbeiten, den Wind aus den Segeln nehmen und resignieren lassen.
Sicher hat er mit seiner Analyse Recht. Wenn diese jedoch ohne Wertschätzung und Würdigung dessen, was Hunderte von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in den Weltläden leisten, einhergeht, wirkt sie demotivierend und entmutigend. Wenn der Erfolg tatsächlich nur am Umsatz, an Marktanteilen und ähnlichen Zauberworten unseres Wirtschaftssystems zu bemessen ist, könnte Herr Kessler vielleicht Recht haben. Aber er vergisst den Mehrwert! Wir verkaufen nicht nur Waren und zählen – wie weiland Onkel Dagobert – jeden Abend unser Geld, sondern wir kümmern uns sehr wohl um das, was hinter der Idee des fairen Handels steht: Ein neues Bewusstsein schaffen, Einblick vermitteln in die Ungerechtigkeit unseres Wirtschaftssystems. Wir gehen in Schulen, beteiligen uns an Veranstaltungen wie an der Afrika-Woche in Kirchzarten, wir informieren in unserem Laden und beim fairen Frühstück darüber, warum der Süden arm und unser Wirtschaftssystem ungerecht ist.
Werbung
Und diesen Mehrwert kann Herr Kessler nicht in Zahlen und Prozente packen. Diese, wenn auch bescheidenen, Früchte unserer Arbeit geben uns die Hoffnung, dass wir etwas ändern können. Dass wir dazu einen langen Atem brauchen, wissen wir nur zu gut!
Aber wie würde denn die Welt aussehen, wenn es den fairen Handel und die anderen Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International, Greenpeace oder die kirchlichen Hilfsorganisationen, um nur einige zu nennen, nicht gäbe? Die Überschrift seines Artikels müsste heißen: Steter Tropfen höhlt den Stein!
Autor: Monica Marcello-Müller, Ingrid Volkmann, Kristin Ullrich, Christel Kaiser und Klaus Stork, Kirchzarten
