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23. Juni 2012

Windkraftanlagen im Schwarzwald

Wir verlieren unser geschätztes Profil und einen unersetzlichen Landschaftswert

Zu: "Rotoren und Vögel, geht das?", Beitrag von Andreas Böhme (Land und Region, 19. Mai):

Beinahe wöchentlich in den Medien ist unsere wunderschöne Schwarzwaldnatur mit ihren typischen weiten Ausblicken zu bestaunen. Erfolgreich verhinderte unser Natur- und Landschaftsschutz weitgehend störende und unangepasste Außenbereichsbebauung. Gipfel- und Kammlagen galten als besonders sensibel und als Tabubereich für Bauwerke. Heute aber sollen im Namen eines Natur- und angeblichen Klimaschutzes riesengroße Windkraftanlagen auf unsere Höhenrücken gesetzt werden. Höhen von über 200 Meter sind Realität! Zum Vergleich: Hochfirstturm 25 Meter, Feldbergturm 75 Meter, Windkraftanlage Olpenhütte, Lenzkirch 100 Meter. Weitere Eingriffe für die Erschließung und Zuleitung an diese Monsterwindräder in oft kaum belastete Bereiche sind zusätzlich erforderlich.

Wir verlieren mit der Veränderung des geschätzten Schwarzwaldprofils einen unersetzlichen Landschaftswert. Ob die Bevölkerung einen Nutzen aus der Windstromgewinnung zieht, ist sehr zweifelhaft. Auch die restriktive Genehmigungspraxis für Außenbereichsbebauung wird schwer vermittelbar sein, wenn in Sichtweite Großbauprojekte staatlich gefördert und politisch erzwungen werden.

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Wir sollten den Mut haben, Auswüchse einer überstürzten energiepolitischen Wende gegenzusteuern. Ich halte es für eine sinnvollere Energiepolitik, Geld in den Netzausbau zu den vorhandenen und in wenig sensiblen Regionen liegenden Naturkraftwerken zu investieren. Die Kraftwerkparke der nördlichen Breiten könnten endlich ihre Überkapazitäten nach Süddeutschland liefern. Zur Finanzierung empfiehlt sich die Mittelentnahme aus dem milliardenschweren Länderfinanzausgleich. Mit unserer Energieversorgung hätten die Länder in Meeresnähe wirtschaftliche Einnahmen und wir im Süden eine Gegenleistung. Gewinner auf beiden Seiten in partnerschaftlichem Verhältnis. Unsere Heimat bliebe von den wuchtigen, blinkenden Blickfängern verschont.

Autor: Bernhard Andris, Feldberg