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28. September 2012

"Die Hilfe ist nötig"

DREI FRAGEN AN Friedhelm Huser, der wieder um Spenden für Bedürftige in Rumänien bittet.

  1. Friedhelm Huser Foto: Ch. Breithaupt

MEISSENHEIM. Friedhelm Huser startet erneut einen Hilfstransport nach Rumänien. Seit 1990 macht er mit Freunden und Helfern regelmäßig Touren nach Mediasch/Siebenbürgen. BZ-Redakeurin Ulrike Derndinger hat den Meißenheimer gefragt, warum.

BZ: Herr Huser, Rumänien ist seit 2007 in der Europäischen Union. Braucht es die Hilfe aus Meißenheim denn noch?

Huser: Ja. Verständlich, dass Sie das fragen, aber das Land ist noch lange nicht in der EU angekommen. Das soziale Netz ist nie im Leben so dicht geknüpft wie bei uns, die Alten und Kranken fallen durch. Uns liegt vor allem das Altersheim in Hetzeldorf am Herzen mit seinen etwa 30 Bewohnern. Die Hilfe ist nach wie vor nötig. Bei einer Rente von 30, 40 Euro im Monat kostet ein Heimplatz 300 Euro.

BZ: Aber es gibt doch sicher mehr Wohlstand als noch vor 20 Jahren.

Huser: Sicher. Es gibt eine Oberschicht, der es gut geht. Auch die Straßen sind besser geworden, aber es gibt auch nach wie vor sehr arme Leute, alte Mütterchen auf dem Land, denen es nicht besonders gut geht. Zudem sind die Kosten für Strom, Gas und auch Nahrungsmittel in den vergangenen zwei Jahren extrem gestiegen. Bei meinem jüngsten Aufenthalt haben wir für ein Kilo Zucker umgerechnet 1,50 Euro bezahlt – das steht in keinem Verhältnis zu den rumänischen Einkommen.

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BZ: Sie haben auf vorigen Transporten schon Kreiselheuer, ein Maissteckgerät und ein Feuerwehrauto aus Dundenheim nach Rumänien geschafft. Was nehmen Sie diesmal mit?

Huser: Wie freuen uns wie immer über Grundnahrungsmittel wie Mehl, Speiseöl, Zucker und Kaffee. Auch einen Satz Arbeitshosen haben wir dabei, sonst nehmen wir aber keine Kleider mit. Geldspenden werden komplett weitergeleitet. Wir stehen im engen Kontakt mit der Diakoniestation in Mediasch, die uns sagt, wer bedürftig ist. Und was die Kreiselheuer und andere Geräte betrifft: Bitte nicht einfach vorbeibringen, sondern absprechen. Sonst stehen plötzlich 20 Kreiselheuer vor meiner Tür (schmunzelt).

Info: Am 19. Oktober startet Huser die Tour mit seinem VW-Bus. Bis dahin können Lebensmittel abgegeben werden. Geldspenden für die Löhne der Altersheimmitarbeiter: Volksbank Lahr, Konto: 2018 18 18, BLZ: 68 29 00 00. Die evangelische Pfarrgemeinde Meißenheim stellt Spendenbescheinigungen aus. Kontakt: Friedhelm Huser, Pfarrstraße 2, Tel. 07824/4350, Helmut Hoppen, Oberriedstraße 7, Tel. 07824/67766. Mehr unter http://www.rumaenienhilfe-ried.de

ZUR PERSON: FRIEDHELM HUSER

Der 56-Jährige ist mit einer Siebenbürger Sächsin (Minderheit in Rumänien) verheiratet und hat zwei Kinder. Die Familie lebt in Meißenheim, er arbeitet in der Diakonie in Kehl-Kork.  

Autor: ude

Autor: ude