Ein Geben und Nehmen für beide Seiten

Emma Nentwig

Von Emma Nentwig

Mo, 03. September 2018

Meißenheim

Jeden Monat treffen sich Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in Meißenheim / Integration steht im Vordergrund.

MEISSENHEIM. Einmal im Monat treffen sich im Gemeindehaus in Meißenheim Frauen, um gemeinsam kreativ zu arbeiten. Ziel ist es, einen kleinen Teil zur Integration beizutragen und Frauen mit und ohne Migrationshintergrund zusammenzubringen. 

Die ursprüngliche Idee stammt von Doris Adler. Beruflich beim Bildungsträger in Lahr und ehrenamtlich in der Evangelischen Kirche in Meißenheim, verband sie einfach ihr Ehrenamt und ihre berufliche Erfahrung mit Flüchtlingen: "So können wir mit den Frauen in Kontakt kommen." Dagmar Scharff, ebenfalls mit im Organisationsteam, erklärt weiter: "Besonders für Frauen ist das wichtig. Männer gehen eher mal raus auf den Sportplatz. Deshalb war es wichtig, explizit Frauen anzusprechen."

Kinder sind bei dem monatlichen Treffen eigentlich nicht dabei: "Es ist ein kleiner Freiraum, wo die Frauen mal nur etwas für sich machen sollen", sagt Scharff. Wenn eine Mutter ihren Säugling aber mitbringt, weil es nicht anders geht, freuen sich trotzdem alle. 

Das Angebot gibt es seit März einmal im Monat. Dann werden Steine bemalt, Schmuck gebastelt oder mit Wolle gearbeitet. Die Nachfrage ist da, mal mehr, mal weniger. "Das Angebot läuft ohne Anmeldung, jeder kann spontan kommen und so sind es mal 30, im nächsten Monat dann aber wieder nur 15. Wir machen einfach das Beste draus", so Adler.

Meistens haben rund die Hälfte der Teilnehmerinnen einen Migrationshintergrund. Anfangs lief die Kommunikation noch mit Händen und Füßen. Mittlerweile kennt man sich, kommt ins Gespräch oder findet jemanden, der übersetzten kann.

"Man lernt ja auch voneinander", erzählt Doris Adler und nennt ein Beispiel: "Als wir mit Wolle gearbeitet haben, hat beispielsweise eine arabische Frau angefangen, nur mit ihren Händen zu stricken. Das war schon beeindruckend." Eine anderes Mal arbeiteten die Frauen mit Bohrmaschinen. "Als mir eine Meißenheimerin erzählte, dass sie zum ersten Mal eine Bohrmaschine in der Hand hatte, war ich überrascht." 

So ist es ein Geben und Nehmen für beide Seiten. Im Vordergrund steht natürlich die Integration: "Wenn man Teilnehmerinnen von hier auf der Straße oder beim Einkaufen trifft, freuen sie sich und grüßen", bemerkt eine Teilnehmerin aus Meißenheim. "Wenn das Fremde nicht mehr fremd ist, haben wir viel erreicht", erklärt Adler. Und warum ausgerechnet kreatives Arbeiten? Adler: "Die Frauen können danach etwas in ihren Händen halten. Etwas, das sie ganz alleine geschaffen haben und danach mit nach Hause nehmen können."