Menschenrechten zur Geltung verhelfen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 14. Dezember 2018

Schopfheim

Schüler des Schopfheimer Theodor-Heuss-Gymnasiums engagieren sich zum Tag der Menschenrechte auf verschiedene Weise.

SCHOPFHEIM (BZ). "Was können wir dazu beitragen, dass die Welt, in der wir leben, gerechter wird?" – das hat sich das SMV-Mitglied Jonathan Noch stellvertretend für die Schülerinnen und Schüler am Theodor-Heuss-Gymnasium in Schopfheim aus Anlass des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember gefragt. In seiner Rede vor den Schülerinnen und Schülern auf dem Pausenhof des Theodor-Heuss-Gymnasiums ging es ihm vor allem darum, wie Jugendliche bewirken können, dass die Menschenrechte Geltung erlangen.

Anlass darüber nachzudenken gibt eine Fotoausstellung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zum Thema "70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte", die derzeit auf den Fluren des Gymnasiums gezeigt wird. Die Schülerinnen und Schüler werden während der Dezemberwochen im Unterricht in verschiedenen Fächern angeregt, sich mit der Bedeutung der Menschenrechte auseinanderzusetzen, schreibt das THG in einer Mitteilung.

Dabei können sie ihr Wissen anhand der ansprechenden Fotos gepaart mit gezielten Informationen zu einzelnen Menschenrechtsartikeln und zu Meilensteinen der Entwicklung der Menschenrechte vertiefen und es mithilfe eines Quiz überprüfen. So lernen die Schüler, dass die Geschichte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte eine Geschichte mit Fortschritten und Rückschlägen ist.

Hier knüpfte auch Jonathan Nochs Frage an nach einem eigenen Beitrag zu einer fairen Welt, in der alle Menschen frei und in Frieden leben können. Der Schüler forderte seine Zuhörer auf, die Stimme zu erheben und für die Rechte der Mitmenschen einzutreten. Dies sei insbesondere dann wichtig, wenn sie in ihrem Alltag erleben, dass "eine Person in der Klasse, in einem Verein oder in der Öffentlichkeit ausgegrenzt wird". Noch ermunterte seine Mitschüler außerdem, sich einzusetzen "für Menschen, die unschuldig in Gefängnissen sitzen, die wegen ihrer Meinung bedroht werden, die diskriminiert werden, weil sie so sind, wie sie sind, die ungerecht behandelt werden".

Gelegenheit dazu, die Einhaltung der Menschenrechte auch in anderen Ländern der Erde einzufordern, haben die Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums im Rahmen des Briefmarathons, der von Amnesty International alljährlich zum Tag der Menschenrechte initiiert wird. Dabei informieren sich die Jugendlichen über die Hintergründe von vier ausgewählten Menschen aus vier verschiedenen Ländern, die Menschenrechtsverletzungen erfahren haben. In diesem Jahr geht es um eine Frau in Südafrika, die sich für Landrechte einsetzt, eine Gefangene im Iran, die die Abschaffung der Todesstrafe forderte, eine Frau, die sich für benachteiligte Jugendliche in Venezuela einsetzt und schließlich eine Menschenrechtsaktivistin in der Ukraine.

Die Schüler lernen, wie sie in Briefen an Regierungsvertreter oder Behörden die Einhaltung der Menschenrechte fordern können. Dabei geht es darum, dafür zu sorgen, dass Menschenrechtsverletzungen nicht hinter Gefängnismauern im Verborgenen geschehen können, sondern dass den Verantwortlichen bewusst gemacht wird, dass die Welt darüber informiert wird, wer die Menschenrechte auf welche Weise mit Füßen tritt und dass Gerechtigkeit eingefordert wird.

So hatten die Jugendlichen im Schopfheimer Gymnasium am Montag im Rahmen der Aktion der Schülermitverantwortung (SMV) für die Menschenrechte nicht nur die Möglichkeit, sich mit ihrer Unterschrift auf einer Wandzeitung zu den Menschenrechten zu bekennen. Sie können auch Briefe an die Verantwortlichen im Iran, in Venezuela, in Südafrika und in der Ukraine schicken mit der Forderung, die vier Menschen, die sich in diesen Ländern für ihre ureigenen Rechte stark gemacht haben, zu schützen.