Zwischenbilanz in Breisach

Beim 62. Weinfest für Kaiserstuhl und Tuniberg liegen vor allem Rotweine im Trend

Gerold Zink

Von Gerold Zink

So, 02. September 2018 um 16:51 Uhr

Breisach

Die Veranstalter des Breisacher Weinfestes sind bislang mit dem Zuspruch zufrieden. Polizei und Rettungsdienst hatten reichlich zu tun. Am Samstagabend kam es zu einer Messerstecherei.

Aufgrund der eher kühlen Temperaturen waren neben den Bukettsorten vor allem hochwertige Rotweine gefragt. Polizei und DRK hatten hauptsächlich in der Nacht zum Sonntag reichlich zu tun. Heute, Montag, geht das 62. Weinfest für Kaiserstuhl und Tuniberg zu Ende. Die Lauben haben ab 14 Uhr geöffnet.

Schwacher Freitag, guter Samstag

"Dass es an einem Weinfest-Freitag den ganzen Tag geregnet hat, das hatten wir noch nie", sagte Waldemar Isele, Geschäftsführer der Kaiserstühler Wein-Marketing GmbH, die das Breisacher Weinfest veranstaltet, bei einer Pressekonferenz am Sonntagmittag. Das Resultat waren leere Tische und Bänke im Freien und lediglich rund 12.000 Besucher. Bei gutem Wetter wären es wohl über 20.000 gewesen. Mit dem Feuerwerk zeigte sich Isele dagegen sehr zufrieden, es habe wieder neue Elemente enthalten. Trotz des schlechten Starts am Freitag waren Isele sowie zahlreiche Geschäftsführer der beim Weinfest vertretenen Winzergenossenschaften nicht unzufrieden. Denn die Niederschläge haben den Reben gut getan und werden dafür sorgen, dass die Ernte 2018 mengenmäßig noch etwas größer ausfällt. Zudem war das Weindorf am regenfreien Samstag sehr gut besucht. 11 500 Gläser wurden an den ersten beiden Tagen verkauft, 2000 weniger als im rekordverdächtigen Jahr 2017. Die Abschiedsweinprobe von Weinprinzessin Sinja Hornecker am Samstag kam gut an, erzählte Petra Littner, die Isele bei der Organisation des Weinfestes zur Seite steht.

Rote Tropfen profitieren vom Wetter

Besonders gefragt beim Breisacher Weinfest sind stets Bukettsorten wie Muskateller, Scheurebe oder Gewürztraminer. Aufgrund der eher niederen Temperaturen bestellten die Besucher heuer vor allem gehaltvolle und höherwertige Rotweine, sagten die Vertreter der Winzergenossenschaften. Die Gäste hätten weniger ganze Flaschen, dafür aber gezielter besondere Weine geordert.

Roland Leininger, Geschäftsführer der Genossenschaften aus Oberrotweil und Jechtingen-Amoltern, berichtete von einem Umsatzminus von 35 Prozent am Freitag und von einem leichten Plus am Samstag. Beide Tage zusammengerechnet liege man bei einem Rückgang von 15 bis 20 Prozent. Der Geschäftsführer hatte beobachtet, dass die Stimmung unter den Besuchern insgesamt sehr gut gewesen ist.

Günter Zimmermann (WG Königschaffhausen-Kiechlinsbergen) bezeichnete den Regen vom Freitag als "einen Segen für die Weinberge". Insofern sei der Umsatzrückgang von 10 bis 12 Prozent gut zu verkraften. Weißburgunder und Sauvignon Blanc seien oft bestellt worden. Denis Kirstein (WG Achkarren) freute sich, "dass wieder mehr Rotwein getrunken wurde". Günter Linser (Tuniberger Winzer) konnte dies bestätigen: "Unser teuerster Rotwein, der Black Forest T 312, war bei uns der Renner." Dennoch betrug das Umsatzminus gegenüber dem Vorjahr über beide Tage gerechnet 20 Prozent. "Es ist bewusster getrunken worden", sagte Thomas Wihler (Wasenweiler Winzer/Weingut Karl Karle). Auch Grau- und Weißburgunder seien beliebt gewesen. Am Samstag habe sich das Weindorf früher als sonst geleert.

Henning Johanßen (Badischer Winzerkeller) hatte als Einziger ein Plus über beide Tage zu vermelden. Nach einem Minus von 25 Prozent am Freitag sei der Umsatz am Samstag um 100 Prozent gestiegen, was über beide Tage einen Zuwachs bei Wein und Sekt von 10 Prozent ergebe. Für Johanßen ist das Breisacher Weinfest vor allem eine gute Imageveranstaltung.

Thomas Langenbacher (WG Sasbach) bezeichnete die eher etwas leichteren Weine wie Rosé, Müller-Thurgau oder Riesling als die Verlierer des Weinfestes. Dagegen sei auch in der Sasbacher Laube der Rotweinkonsum nach oben geschnellt. Über beide Tage hatte Langenbacher ein Umsatzminus von 10 Prozent errechnet. "Wir können nicht jedes Jahr eine Steigerung haben", betonte Isele.

"Meine Erwartungen sind bislang erfüllt worden", sagte Wilhelm Kläsle, der Betreiber des Gastronomischen Marktplatzes, der in diesem Jahr bereits zum 22. Mal beim Weinfest dabei ist und inzwischen 1200 Sitzplätze anbietet. Am Montag hat Kläsle ab 12 Uhr ein Bürgermittagessen im Programm, zu dem regelmäßig über 500 Gäste kommen. Auch Christoph Layer vom Gasthaus Zum Lamm in Bahlingen, der heuer im Zirkelzelt wirtet, ließ ausrichten, dass er bislang mit dem Geschäft zufrieden ist.

Messerstich in den Rücken

Noch im Vorjahr hatte Thomas Hagnberger, Chef des Breisacher Polizeireviers, die Besucher des Weinfestes für ihr friedliches Verhalten gelobt. 2018 sieht dies etwas anders aus. So gab es am Freitagabend neben einer Körperverletzung während des Feuerwerks 8 Autoaufbrüche. Betroffen davon waren vor allem französische Fahrzeuge. Außerdem wurde ein Koffer mit Mikrofonen und Laptop im Wert von 1500 Euro gestohlen. Ziemlich heftig wurde dann die Nacht zum Sonntag mit vielen Streitereien und fünf Körperverletzungen. Daran beteiligt waren laut Hagnberger viele junge Franzosen.

Bei einem heftigen Streit habe ein 14- bis 15- Jähriger mit südländischem Aussehen sogar einem 18-Jährigen ein Messer in den Rücken gestochen. Der Täter ist noch flüchtig, der Schwerverletzte wurde in der Uniklinik Freiburg versorgt. Er hatte laut Hagnberger Glück im Unglück: Das Messer sei nicht sehr tief in den Rücken eingedrungen. Als positiv bewertet der Polizeichef, dass es lediglich zwei Trunkenheitsfahrten gab.

Viel zu tun hatte auch das DRK. Laut Florian Schrenk mussten am Freitag 7 und am Samstag 29 Personen behandelt werden, einige davon mit schweren Verletzungen. "Das war für uns schon heftig", sagte Schrenk, es habe sogar eine Bereitschaft nachalarmiert werden müssen.

Keine Probleme gab es dagegen bei den Fahrten auf den 9 Sonderbuslinien, sagte Jochen Maier von der Firma Tuniberg Express. 5590 Personen (Vorjahr: 8600) seien am Freitag und Samstag befördert worden.
Programm am Montag

14 Uhr: Öffnung des Weindorfes

17–19 Uhr: Rathausmusik Freiburg (Pavillon II)

20 Uhr: "Skyline" (Pavillon I), "Cocktail" (Hofnarre)

21.30 Uhr: DJ Matze von Baden FM (Gastronomischer Marktplatz)
Auskünfte zu den Busfahrplänen gibt es unter http://www.weinfest-breisach.de sowie unter Telefon 01805/779966.