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26. Januar 2012 13:01 Uhr

"Wirtschaft braucht Mobilität und Flexibilität"

Gewerbevereine aus Breisach, Ihringen, Vogtsburg und Merdingen fordern Weiterbau der B 31 West

Gemeinsam wehren sich die Gewerbevereine von Breisach, Ihringen, Vogtsburg und Merdingen gegen den von Verkehrsminister Hermann verfügten Planungsstopp für den Bau der B 31 West zwischen Gottenheim und Breisach.

  1. Gemeinsam wollen sich die Gewerbevereine aus Ihringen, Breisach, Vogtsburg und Merdingen für den Weiterbau der B 31 West einsetzen. Foto: Kai Kricheldorff

IHRINGEN / BREISACH / VOGTSBURG / MERDINGEN. Auf einer Pressekonferenz in Ihringen kündigten die vier Vereinsvorsitzenden Widerstand gegen seine Entscheidung an. "Die Wirtschaft in unserer Raumschaft braucht Mobilität und Flexibilität", sagte der Breisacher Gewerbevereinsvorsitzende Werner Schneider. In den letzten Jahren sei die Entwicklung bei den Unternehmen und bei der Ansiedlung neuer Betriebe positiv gewesen. Der Planungsstopp mache diesen Trend zunichte und schwäche damit die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Wirtschaft. "Das Fehlen einer leistungsstarken Straßenverbindung zwischen dem Ballungsraum Freiburg und Breisach hemmt die Entwicklung am südlichen Kaiserstuhl", sagte Schneider.

Kurt Wörne, Gewerbevereinschef aus Ihringen, betonte, der zügige Weiterbau der B 31 West sei unverzichtbar. "Wir brauchen sie als Lebensader für die Wirtschaft und sie wird in den tangierten Ortschaften deutliche Verkehrsentlastungen bringen." Das stärke das Entwicklungspotenzial und die Standortqualität der Gemeinden. Seine Forderung, den Planungsstopp wieder aufzuheben, betrachtet er unabhängig von der seit Jahren in Ihringen kontrovers geführten Diskussion um die Trassenführung der geplanten Bundesstraße.

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"Die Aussetzung der Planung kann nur ideologisch begründet werden, für die Betroffenen ist sie weder nachvollziehbar, noch akzeptabel", sagte Alexander Loyal, Chef des Gewerbevereins Merdingen. Sein Kollege Wolfgang Zacher aus Vogtsburg argumentierte, dass über die Gewerbebetriebe hinaus der ganze Kaiserstuhl vom Bau der Straße profitieren würde. Der ländliche Raum sei auf das Auto und gute Straßenverbindungen angewiesen. Wegekosten seien ein nicht zu unterschätzender Faktor, die B 31 West müsse daher fertiggestellt werden. Firmen, die sich in den letzten Jahren im Gewerbegebiet Achkarren angesiedelt haben, hätten dies im Vertrauen darauf getan, dass die Straße bis Breisach gebaut wird.

Die 4 Gewerbevereine repräsentieren knapp die Hälfte der rund 2000 Betriebe mit über 8000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Mitarbeitern am südlichen Kaiserstuhl und dem westlichen Tuniberg. Das Landesverkehrsministerium in Stuttgart fordern sie auf, die Planung wieder aufzunehmen, dann könne auch die Finanzierung des Straßenbauprojekts sichergestellt werden.

"Schwerlastverkehr ist ein Sicherheitsrisiko"

In dem von Minister Hermann und der Grünen-Fraktion im Stuttgarter Landtag vorgesehenen Ausbau des ÖPNV erkennen sie keinen Ausgleich, der einen Verzicht auf den Weiterbau der B 31 West rechtfertigen könnte. Den Vorschlag, die Probleme durch mehr Verkehrslenkung zu entschärfen, bezeichnen die Gewerbevereinsvertreter als unbrauchbar. "Die Verkehrsprognose geht von einer Zunahme des Straßenverkehrs um 6 Prozent bis 2025 aus", sagte Wörne.

Eine innerörtliche Verkehrsentlastung sei in den betroffenen Gemeinden mit der Verbesserung des ÖPNV-Angebots ohnehin nicht zu erreichen. Die Straßenverbindung zwischen Gottenheim und Breisach sei nicht mehr zeitgemäß und stelle ebenso ein Sicherheitsrisiko dar, wie der durch die Dörfer fahrende Schwerlastverkehr.

In den nächsten Wochen sollen auch die Gewerbevereine von Bötzingen und Gottenheim angesprochen werden.

Ein- und Auspendler

Breisach: 1300 Betriebe, 4000 Beschäftigte, 3600 Auspendler, 2500 Einpendler

Ihringen: 300 Betriebe, 2165 Beschäftigte, 1810 Auspendler, 660 Einpendler

Vogtsburg: 438 Betriebe, 1665 Beschäftigte, 1530 Auspendler, 1100 Einpendler

Merdingen: 160 Betriebe, 550 Beschäftigte, 850 Auspendler, 440 Einpendler

Autor: Kai Kricheldorff