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25. März 2015 18:08 Uhr

Merdingen bekommt Supermarkt

Merdingen soll einen Supermarkt bekommen, das hat der Gemeinderat jetzt beschlossen. Ein Rewe-Markt am Südostende des Gewerbegebietes Schlossmatten soll es werden. Der Spatenstich könnte zum Jahresende erfolgen.

  1. Der Rewe-Markt soll ans südöstliche Ende des Gewerbegebietes Schlossmatten (rechts), gleich nach dem Kreisverkehr (Bildvordergrund). Foto: Mario Schöneberg

MERDINGEN. Sehr gut besucht war die Gemeinderatssitzung am Dienstagabend im Bürgersaal, selbst die Empore war voller interessierter Bürger. Gut, dass erstmals eine neue Mikrophonanlage in Betrieb ging, so dass alle das Geschehen auch mitbekamen – wird das Thema Nahversorgung doch schon lange intensiv im Dorf diskutiert.

In der Gemeinderatssitzung vom Juli 2014 sei die Verwaltung beauftragt worden, die Planungen für einen Supermarkt anzugehen, blickte Bürgermeister Martin Rupp zurück. Im September habe dann eine Gesprächsrunde mit Behördenvertretern, Investor, möglichem Betreiber und einer Stadtplanerin stattgefunden. Dort herrschte Einigkeit, so der Bürgermeister, dass die Ansiedlung eines Supermarktes für Merdingen wünschenswert und machbar sei.

Zunächst sollte jedoch das Fachgutachten zur Sicherung der Nahversorgung aus dem Jahr 2010 aktualisiert und ergänzt werden. Dort heißt es: "Aus raumordnerischer Sicht erscheint für den geplanten Supermarkt in Merdingen eine Größenordnung von etwa 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche der Größe der Gemeinde angemessen. Dabei wurden keine negativen Auswirkungen auf Ziele der Landesplanung und Raumordnung festgestellt."

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Der gewählte Standort am Südostende des Gewerbegebiets Schlossmatten sei zudem nach eingehenden Prüfungen der einzig machbare, erläuterte der Bürgermeister. Seit 2010 sei er mit der Gemeinde Merdingen im Gespräch, berichtete Joachim Feyrer, Geschäftsführer der Firma Conzept-Immobilien in Balingen, die den Markt bauen wird. Schon damals, als es eine Anfrage von Netto-Discount gab, sei man der Überzeugung gewesen, dass Merdingen für seine Nahversorgung eher einen Vollsortimenter brauche. Aktuell würde überdurchschnittlich viel Kaufkraft von Merdingen abfließen. Die Grundstücksfrage sei geklärt, das Gebäude solle rund 70 Parkplätze und ein Satteldach bekommen. Die Anlieferung erfolge von der Rückseite. Optisch werde der Markt denen in Münstertal oder Munzingen ähneln, die die Firma Conzept ebenfalls zusammen mit Rewe gebaut habe.

Bis zu 20 000 Artikel werde das Sortiment des Marktes umfassen, erläuterte zudem Georges Preiss, Expansionsleiter von Rewe. Zur reinen Verkaufsfläche komme eine Filiale eines lokalen Bäckers. Auch Fleisch und Gemüse sollen von Anbietern aus der Region kommen. Lokale Anbieter könnten sich zudem bewerben, wenn sie zertifiziert seien. Betrieben werde der Markt von einem selbstständigen Kaufmann. Dieter Schneider betreibe unter anderem schon den Rewe-Markt in Munzingen.

Mit dem Grundsatzbeschluss sowie der Änderung des Bebauungsplanes, mit der die fsp-Stadtplanung aus Freiburg beauftragt wurde, sowie den wasserrechtlichen Verfahren, die das Büro Manzke und Müller erledigen sollen, gehe das Projekt nun richtig los, meinte Joachim Feyrer. Er rechne damit, dass die Genehmigungsverfahren gut ein halbes Jahr benötigen, anschließend könne das Baugesuch eingereicht werden. Das Ziel sei es, noch in diesem Jahr zum Spatenstich zu kommen, die eigentliche Bauzeit werde dann gut sechs Monate betragen.

Autor: schö