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23. Dezember 2014

Protest gegen den neuen Nachtverkehr

SPD-Ortsvereine üben Kritik.

BREISGAU (BZ). Seit dem vierten Adventswochenende verkehren die Straßenbahnen in Freiburg die ganze Nacht hindurch. Für die SPD-Ortsvereine Merdingen, Umkirch und Ihringen scheint es so, als ob sich die Stadt dies vom Umland zahlen lässt. Dort verschlechtere sich das Angebot dramatisch und werde auch deutlich teuerer, so die SPD-Vertreter, die ihren Unmut in Schreiben an die Freiburger Verkehrs-AG (VAG) und Landrätin Dorothea Störr-Ritter kund tun. Freiburg mache ein etabliertes System kaputt, so die Kritik aus dem westlichen Umland.

In einer Mitteilung vom Sonntag werden als "erschreckend" folgende Punkte genannt: Die Linien Neptun und Mars starteten nicht mehr ab Innenstadt, sondern nur noch ab Paduaallee. Reisende müssten daher mit der Straßenbahn zunächst dorthin fahren, was zu längeren Fahrtzeiten und einem zusätzlichen Umsteigevorgang führe. Die Fahrt von der Innenstadt nach Merdingen dauere nun fast eine Stunde, die Tour nach Wasenweiler gar mehr als eine Stunde statt wie vorher knapp 30 Minuten. Außerdem sei der VAG-Bus um 4.44 Uhr ersatzlos gestrichen worden. Auch erhöhe sich der Fahrtpreis von 2,50 Euro auf 4 Euro. Wer keine Regiokarte habe, müsse nochmals gut zwei Euro für die Fahrt zur Paduaallee zahlen. Dies entspreche einer Preissteigerung von bis zu 170 Prozent.

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Nach "Gutsherrenart eines Hauptaktionärs"

Gleichzeitig genehmige sich die Stadt Freiburg, so die SPD-Ortsvereine in ihren Schreiben, "nach der Gutsherrenart eines Hauptaktionärs einen luxuriösen ÖPNV rund um die Uhr" – in der vagen Hoffnung damit die Lärmprobleme in der Innenstadt zu lösen. Das könne und dürfe darf aber nicht dadurch geschehen, "dass man die Jugendlichen des Umlands im Stich lässt". Es stehe zu befürchten, dass diese wieder vermehrt selbst fahren, was mit den Nachtbussen in den vergangenen Jahren immer mehr vermindert worden sei. Die SPDler aus Umkirch, Merdingen und Ihringen ziehen daraus den Schluss, "dass das Umland die Freiburger Zeche zahlen darf. Damit können und wollen wir uns nicht abfinden."

Sie protestieren "deshalb mit großem Nachdruck gegen die Entstellung des von unseren Gemeinden mitgetragenen und gut etablierten Nachtbusangebots der VAG". Die Forderung ist eine sofortige Rücknahme der beschriebenen Einschränkungen für die Versorgung der Umlandgemeinden.

Autor: bz