Sozialverband Merdingen feiert 70-jähriges Bestehen

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Do, 26. April 2018

Merdingen

Bei einem Frühlingsfest blickt der VdK gemeinsam mit seinen Mitgliedern zurück auf seine Geschichte.

MERDINGEN. Mit einem gemütlichen Frühlingsfest feierten rund 100 Mitglieder und Gäste den 70. Geburtstag des Merdinger VdK-Ortsverbands. Gemeinsame Unternehmungen und Hilfe für sozial Benachteiligte sorgen auch in Merdingen dafür, dass der heutige Sozialverband stetig Mitglieder gewinnt.

Eine frühlingshaft geschmückte Festhalle, die Bewirtung durch die Landjugend, sommerliche Temperaturen und das bestens aufgelegte Bläserensemble Low Brass Selection vom Opfinger Musikverein boten den Rahmen für ein gelungenes Geburtstagsfest, bei dem insbesondere die Kommunikation unter den zumeist älteren Besuchern nicht zu kurz kam.

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bildeten Kriegs-Überlebende in Städten und Gemeinden Selbsthilfegruppen, um die Interessen von Kriegsgeschädigten, Witwen und Waisen gegenüber den Verwaltungen zu vertreten, ist bei Wikipedia zu erfahren. In den Jahren zwischen 1946 und 1952 etablierten sich die neu gegründeten Landesverbände. Am 28. Januar 1950 gründete sich dann der "VdK Deutschland" als Dachverband. VdK stand für "Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands". Seit 1994 heißt die Organisation offiziell "Sozialverband VdK Deutschland" und hat mittlerweile mehr als 1,8 Millionen Mitglieder.

"Es ist wichtig, dass es einen Sozialverband gibt, der vor Ort hilft und sich auskennt", betonte Bürgermeister Martin Rupp bei der Feier. "Wir sollten uns bewusst machen, warum der VdK gegründet wurde und wissen, wo wir herkommen", meinte der Bürgermeister. "Nur dann können wir uns auch den Herausforderungen der Zukunft stellen und diese meistern". Für die örtlichen Vereine gratulierte später Josef Maier zum Jubiläum.

Die Laudatio zum Fest hielt zuvor Horst Herbstreit, der seit 2003 die Geschicke des Ortsverbandes leitet. "Der eigentliche Gründungsgedanke war es, all den Menschen zu helfen, denen dieser unsägliche Krieg Schaden zugefügt hat", erklärte Herbstreit auf das Jahr 1948 zurückblickend, als der Ortsverband im Gasthaus Engel gegründet wurde.

"Viele Kriegsversehrten und Hinterbliebenen, Witwen und Waisen litten seinerzeit große Not, hatten keinen Ansprechpartner und wussten nicht, wie sie mit ihrem persönlichen Leid fertig werden sollten", berichtete der Vorsitzende, der auch aus seiner Familie Entsprechendes zu berichten wusste. Gründungsvorstand war in Merdingen 1948 Nikolaus Weber, besonders engagiert waren in den Anfangsjahren laut Herbstreit auch die Gründungsmitglieder Theodor Kürz, Theresia Belledin und Theresia Mittmann sowie etwas später Maria Willms und Klara Müller. Knapp 50 Jahre im Vorstand aktiv sei zudem ab 1955 Remigius Ehret gewesen. Heute hat der Ortsverband immerhin mehr als 200 Mitglieder, eine stolze Zahl, war sie doch von mehr als 100 in den Anfangsjahren auf nur noch 26 im Jahr 1996 gesunken.

Die Begründung für den Mitgliederzuwachs lieferte der Kreisvorsitzende Dieter Lösch. So habe es der VdK rechtzeitig geschafft, den Blick von den Kriegsversehrten auch hin zu Senioren, Behinderten und anderen sozial Benachteiligten zu richten. Insbesondere die verbandseigene Sozialrechtsabteilung habe vieles für die Mitglieder erkämpft. Der VdK selber sei sehr breit ausgestellt. Eine wichtige Säule seien die Ehrenamtlichen, von denen es in den 48 Ortsvereinen mehr als 600 gebe, die Stammtische, Ausflüge und Zusammenkünfte organisierten.