Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

20. Januar 2009

Warten auf die Offenlegung der Pläne

In Merdingen und Gottenheim ist man mit der Ankündigung zur Nordvariante der B 31 zufrieden / Fragezeichen hinter Zeitablauf

  1. Hier soll sie durchkommen: Die Fortsetzung des ersten Abschnitt des B31 West bei Gottenheim soll den Ponyhof (rechts) umfahren und stattdessen durch die angrenzende Ecke des Nötigwalds (links) verlaufen, wonach sie dann in einem offenen Trog die Riedwiesen (Vordergrund) durchschneidet. Foto: rainer hock

GOTTENHEIM/MERDINGEN. Die Entscheidung des Regierungspräsidiums Freiburg, für den zweiten Bauabschnitt der B 31 West von Gottenheim bis Breisach an der Nordvariante festzuhalten, ist in den angrenzenden Gemeinden überwiegend so erwartet worden. Insbesondere in Merdingen wird die Entscheidung begrüßt, da man dort große Einwände gegen die alternativ geprüfte Südvariante hat.

Am Freitag hatte die Behörde, wie berichtet, den Bürgermeistern einen mündlichen Sachstandsbericht gegeben. Dabei ging es um die Auswertung der vergleichenden Prüfung einer Südvariante in den zurückliegenden zwei Jahren. Diese Trasse zweigt, von Gottenheim kommend, von der Bahnlinie der Breisgau-S-Bahn etwa in Höhe des Wasenweiler Gewerbegebiets in einem Bogen nach Südwesten ab und führt über Merdinger Gemarkung südlich um den Schachenwald und auch das Ihringer Schwimmbad herum nach Westen. Die Gemeinde Ihringen hatte nach der ersten Offenlegung der Planungen 2006 die vergleichende Prüfung dieser Südvariante verlangt, da damals nur die Nordvariante eingehend bearbeitet vorlag. Hierzu hatte das Regierungspräsidium eine Trasse vorgelegt, die nach dem Prinzip der Bündelung der Verkehrstrassen weitgehend entlang der Bahnlinie verlief, damit dicht am bebauten Gebiet von Wasenweiler vorbei und in einem engeren Bogen um Ihringen herum.

Werbung


Dass nun die Nordvariante erneut als die geeignetere Trasse eingestuft wird, überrascht Merdingens Bürgermeister Eckart Escher nicht. "Die bekannten Punkte, die für die Nordvariante schon in all den Jahren des Planungsverfahrens gesprochen haben, sind jetzt im Wesentlichen erneut bestätigt worden", erklärte Escher. Alles Weitere sei nun Sache des Regierungspräsidiums, nämlich die zweite Offenlegung der Planungen voranzutreiben. Dann werde man auch die Unterlagen schriftlich zur Verfügung haben.

Dass es zu einer zweiten Offenlegung kommt, liegt vor allem auch daran, dass im Anfangsstück des zweiten Bauabschnitts, bei Gottenheim, die Trasse gegenüber der 2006 vorgelegten Planung verschoben werden soll. Sie führt in einem größeren Bogen um das Gelände des Ponyhofs herum und schneidet dabei auch ein Stück des Nötigwalds an. Damit wird nicht nur das Areal des Ponyhofs geschont, die Bundesstraße wird auch einen etwas größeren Abstand zum Gottenheimer Neubaugebiet Steinacker-Berg einhalten. Die Bundesstraße unterquert die Bahnlinie in einem fast 300 Meter langen Trog und kreuzt danach die heutige Kreisstraße von Gottenheim nach Wasenweiler kurz vor dem Bahnübergang und nach der Abzweigung des Merdinger Sträßchens. Diese Verbindung zwischen Gottenheim und Merdingen bleibt bestehen.

"Wir sind froh, dass unser Minimalziel, die Umfahrung des Ponyhofs, erreicht wird, was zusammen mit der Troglösung auch die Lärmbelastung verringert", erklärte Gottenheims Bürgermeister Volker Kieber. Wichtig sei jetzt, dass das Planfeststellungsverfahren zügig weitergeführt werde. Denn wenn Anfang 2011 der erste Abschnitt der B 31 von Umkirch bis zur Landstraße zwischen Bötzingen und Gottenheim fertiggestellt sei, erwarten beide Gemeinden eine Zunahme des Verkehrs nach und von Breisach, der sich dann auf das dafür nicht ausgelegte Straßennetz beider Orte verteilen wird. "Dann haben wir über Jahre Schleichverkehr auf Ortsstraßen", warnt Bötzingens Bürgermeister Dieter Schneckenburger. Darum müsse der zweite Abschnitt der B 31 bis Breisach so rasch wie möglich ein Baurecht bekommen, denn nur dann habe man Chancen, die nötigen Finanzen für den Weiterbau vom Bund über das Land gestellt zu bekommen. Das Regierungspräsidium will die Planungen noch im ersten Halbjahr 2009 offenlegen, darauf folgen die Erörterungstermine der dann eingehenden Anregungen und Kritiken. Bis Ende 2010 soll dann der Planfeststellungsbeschluss stehen, also noch bevor der erste Teilabschnitt Anfang 2011 für den Verkehr frei gegeben wird.

Ob es dazu kommt, ist offen. Denn einmal wird im Zuge der Erörterung mit Einwänden gerechnet, erst recht aber mit Klagen, wenn die Behörde die Planfeststellung beschließt. Denkbar ist aber auch, dass es im Zuge der Erörterung zu einer Umplanung kommt, die dann eine erneute, dritte Offenlegung der Planungen erfordern würde. Das könnte der Fall sein, wenn die Gemeinde Ihringen wegen des Lärmschutzes für den Ortsteil Wasenweiler auf maßgebliche Veränderungen an der Nordvariante drängt. Das Entgegenkommen für Gottenheim hat hier einen Präzedenzfall geschaffen.

Autor: Manfred Frietsch