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07. Mai 2010

Beachvolleyballfelder: Eine Lösung, die allen gerecht wird

Förderverein Junges Hexental und VfR Merzhausen bauen mit Unterstützung der Gemeinde drei Beachvolleyballfelder.

  1. Die Pläne für das Beachvolleyballfeld in der Ortsmitte stehen – zur Freude von (von links) Bernd Rösch vom VfR Merzhausen, Andrea Bartsch und Anna Forster vom Förderverein Junges Hexental und Bürgermeister Christian Ante. Im Hintergrund lagert der Sand, der für die Anlage genutzt wird. Foto: Tanja Bury

MERZHAUSEN. "Diesen Sommer wollen wir spielen", sagt Andrea Bartsch, Vorsitzende des Jugendfördervereins Junges Hexental. Nach einer Vorlaufzeit von über zwei Jahren und vielen Planungsgesprächen steht nun die Konzeption für die Beachvolleyballanlage hinter der Merzhauser Turnhalle und darüber hinaus für zwei weitere Felder beim Sportplatz. "Damit haben wir eine Lösung gefunden, die allen Wünschen gerecht wird", freut sich Bürgermeister Christian Ante.

Im Jugendforum 2008 wurde aus den Reihen der Jugendlichen der Wunsch nach einer Beachvolleyballanlage laut. Der Nachwuchs wollte ein Feld, das er unabhängig, frei von Vereinsmitgliedschaften nutzen kann. Verschiedene Flächen wurde dafür in Augenschein genommen, letztendlich stellte sich das Gelände hinter der Turnhalle als geeignet heraus. Interesse an einem Beachvolleyballfeld zeigten aber nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Sportler des VfR Merzhausen, der eine große Volleyballabteilung mit mehreren Jugend-, Damen – und Herrenmannschaften hat. "Auf dem Sportplatz gibt es bereits ein Feld, aber wir wollen auch Turniere spielen", so Bernd Rösch vom VfR. Und so bündelten VfR und Junges Hexental ihre Interessen und wurden zu Partnern, die sich zusammen mit der Gemeinde für den Bau der Beachvolleyballanlage einsetzten.

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Ein vom Gemeinderat abgesegneter Bauantrag sah vor, zwischen der Sporthalle und dem Bolzplatz ein umzäuntes Gelände mit zwei Spielfeldern, einem Häuschen mit Umkleide- und Toilettenanlage sowie einem Materiallager und einer überdachten Terrasse für die Zuschauer entstehen zu lassen (die BZ berichtete). Die Bewohner des Hildegard-Hausmann-Hauses aber befürchteten Lärmbelästigungen – vor allem durch den an den Wochenenden vorgesehenen Turnierbetrieb. Die Planung wurde überdacht, konstruktive Gespräche geführt – und eine Lösung gefunden.

Die sieht so aus: Hinter der Halle entsteht ein Beachvolleyballfeld mit einer Größe von 18 mal 30 Metern. Ein Toilettenhäuschen wird hinter der Halle nun keines gebaut, eingezäunt aber wird das Gelände – um Missbrauch vorzubeugen. Zusammen mit den Anwohnern wurde die Nutzung des Felds besprochen und sich darauf geeinigt, dass die Ruhezeiten – mittags von 13 bis 15 Uhr – eingehalten werden, abends ab 20 Uhr und an Sonntagen nicht gespielt wird. Eine entsprechende Nutzungsvereinbarung muss noch unterzeichnet werden. Verantwortlich für das Einhalten der Zeiten ist der Förderverein Junges Hexental, der auch "Schlüsselgewalt" über die Anlage hat. "Damit haben die Bewohner des Hildegard-Hausmann-Hauses einen Ansprechpartner", sagt Andrea Bartsch. Beim Sportplatz werden zwei Felder mit den Turniermaßen 16 mal 24 Metern angelegt. Für die Benutzer dieser Anlage steht die Infrastruktur im VfR-Vereinsheims zur Verfügung.

Zuerst wird der Platz hinter der Halle, im Frühjahr 2011 die Plätze zwei und drei am Sportplatz gebaut. Der Bauantrag für den ersten Platz läuft, sobald der Gemeinderat grünes Licht gegeben hat – sein Wohlwollen hat er bereits ausgedrückt – und der "rote Punkt" da ist, wird losgelegt. Zunächst wird Boden abgetragen und mit ihm der Wall beim Hildegard-Hausmann-Haus verlängert. Der Untergrund des Platzes wird befestigt, mit Kies aufgeschüttet, eine Drainage zur Entwässerung verlegt und anschließend eine 40 bis 50 Zentimeter hohe Sandschicht aufgebracht.

"Hier haben wir schon Vorarbeit geleistet. Wir haben von der Freiburger Turnerschaft Sand bekommen, als die ihre Anlage neu bestückt hat. Er lagert jetzt auf dem Gelände hinter der Halle – und wartet auf seinen Einsatz", erklärt Bernd Rösch. Mitglieder des VfR und des Jungen Hexental hätten da bereits fleißig geschaufelt, doch noch mehr Muskelkraft und Einsatzbereitschaft sei jetzt beim Bau der drei Plätze gefragt. "Wir wollen einiges an Eigenarbeit leisten und brauchen dazu viele Hände, die anpacken", macht Rösch deutlich.

Damit sollen die Kosten möglichst gering gehalten werden. Diese können, so Rösch, allerdings noch nicht genau beziffert werden. Sicher ist, dass die Gemeinde sich an den drei Spielfeldern mit insgesamt 60 000 Euro beteiligt. Außerdem stellt der VfR noch diese Woche einen Zuschussantrag beim Badischen Sportbund, die Chancen für einen positiven Bescheid stehen gut.

Das Besondere an dem Projekt, da sind sich alle Beteiligten einig, ist nicht nur die Erfüllung der Wünsche von Jugend und Sportlern, sondern auch die gute Zusammenarbeit von Förderverein, VfR und Gemeinde. "Unsere Partner haben sich für die Beachvolleyballanlagen sehr ins Zeug gelegt", meint Christian Ante anerkennend. "Der Volleyballsport wird durch die Plätze attraktiver, wir werden sie ganz sicher auch mit unserer Jugend nutzen", sagt Bernd Rösch. Wichtig ist allen, dass die Anwohner mit ins Boot geholt und eine auch für sie akzeptable Lösung gefunden wurde. "Die Bewohner des Hildegard-Hausmann-Hauses haben von Anfang an klar gemacht, dass sie die Jugend unterstützen wollen", sagt Andrea Bartsch. Und sie hätten gefragt, ob auch sie den Platz nutzen dürfen: "Natürlich dürfen sie – im Sommer wird gespielt."

Autor: Tanja Bury