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06. April 2009 15:02 Uhr
Bürgermeisterwahl in Merzhausen
Die Rede von Harald Krapp
Die fünf Bewerber für das Amt des Bürgermeisters in Merzhausen präsentierten sich und ihre Ideen in der Sporthalle Merzhausen bei der offiziellen Kandidatenvorstellung. Die BZ veröffentlicht die Redemanuskripte. Hier: Harald Krapp
Die Rede von Harald Krapp:
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Merzhauserinnen und Merzhauser!
Ich bin beeindruckt wie viele Menschen heute gekommen sind um ihren neuen Bürgermeister oder Bürgermeisterin kennen zu lernen.
Ich denke das allerwichtigste ist, dass Sie mich als Mensch und Person kennen lernen:
ich bin 49 Jahre alt, seit 19 Jahren mit meiner Frau Dorothea, die ihre Wurzeln im Markgräflerland hat, glücklich verheiratet.
Sie unterstützt mich im Wahlkampf wo sie kann (und heute selbstverständlich auch hier)
Wir haben 2 Kinder: Hanna, 18 Jahre alt und Paul, 8 Jahre alt.
Wir sind eine sportliche Familie. Ich spiele, soweit es die Zeit erlaubt
Tennis und Fußball und habe am vergangenen Wochenende
den Halbmarathon genutzt um etwas gedanklich abzuschalten.
Wir reisen gerne und sind viel in der Region mit dem Fahrrad unterwegs, um Neues zu entdecken.
Meine Familie ist für mich ganz wichtig.
Gerade jetzt ist sie für mich Mittelpunkt und Rückzugsraum.
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Ich bin unabhängig und zudem keiner Partei verpflichtet.
Ich komme von außen und gehe unvoreingenommen und unbefangen an die Aufgaben heran.
- ich biete Ihnen hohe fachliche Kompetenz und langjährige kommunalpolitische Erfahrung.
- Aber - was aus meiner Sicht ganz besonders wichtig ist, ich bringe ein hohes Maß an Kreativität mit, denn es geht nicht nur um Verwalten sondern - und das speziell in Merzhausen, es geht um Gestalten.
Kurz einige Sätze zu meinem beruflichen Werdegang:
- nach meinem Studium der Architektur mit Schwerpunkt Städtebau habe ich im Anschluss daran eine 2-jährige Verwaltungsausbildung zum höheren Dienst mit Abschluss "Regierungsbaumeister" gemacht
- unterschiedliche leitende Tätigkeiten in Kommunalverwaltungen in Aachen und Mainz und eine 2-jährige Lehrtätigkeit an der Hochschule Aachen haben mich 1997 aus o.g. geschilderten Gründen (wo die Liebe hinfällt) in den Raum Freiburg geführt.
- seit 12 Jahren bin ich innerhalb des Gemeindeverwaltungsverbandes Denzlingen-Vörstetten-Reute für die Bereiche – Bauen, Umwelt, Verkehr und Verwaltung – verantwortlich und führe ca. 50 Mitarbeiter.
Ich kann also mit Fug und Recht behaupten, dass ich das kommunalpolitische Geschäft seit Jahren sehr genau kenne.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Bürgermeister in Merzhausen zu sein reizt mich sehr.
Ich möchte meine Kompetenzen und Erfahrungen und meine menschliche Art hier einbringen.
In Merzhausen kennt man noch die Ansprechpartner. Der direkte Bezug zu den Bürgern ist hier noch gegeben.
In Merzhausen gibt es eine engagierte Bürgerschaft, die sich für die Dinge Ihrer Gemeinde stark macht und dies mit hohem persönlichen Einsatz auch in die Tat umsetzt. Der Erhalt des Bürgerbades ist ein Beispiel dafür.
Auf solchem bürgerschaftlichen Engagement kann man als Bürgermeister aufbauen.
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
neben den vielen, vielen Themen die innerhalb einer Gemeinde für jeden einzelnen Bürger wichtig sind, gibt es in Merzhausen aktuell zentrale Themen, die die Bürger besonders beschäftigen und von denen Sie sicher wissen wollen wie Ihr neuer Bürgermeister dazu steht.
Merzhausen muss noch familienfreundlicher werden.
Kinder sind unsere Zukunft !
Bedarfsgerechte Angebote für die Kinderbetreuung sind ganz wichtig. Die entsprechenden Träger, ob Kirchen oder private Einrichtungen sind finanziell, aber auch mit Rat zu unterstützen. Hier hat die Gemeinde eine klare Verpflichtung.
Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie wichtig gute und verlässliche Kinderbetreuung ist
Besonders Familien mit Kindern sollen die Möglichkeit erhalten in Merzhausen zu wohnen. Hier will ich mich für entsprechende Grundstücksvergaberichtlinien einsetzen.
Frei werdende ältere Häuser im Bestand und Baulücken stellen zudem ein großes Potenzial, gerade für junge Familien dar. Eine, von der Verwaltung organisierte Informationsbörse hierzu wäre wünschenswert.
Die bevorstehende Schließung der Hauptschule kann durchaus auch als Chance gesehen werden. Hieraus ergeben sich Möglichkeiten für die Grundschule und für ein verbessertes Angebot im Zusammenhang mit erweiterten Bildungsangeboten.
(wie z.B. dem "Verlängertem gemeinsamen Lernen").
Nicht zuletzt ergibt sich damit auch die Chance für die Vereine dort "ein neues Zuhause" zu bekommen.
Hier hat der neue Bürgermeister, gemeinsam mit dem Gemeinderat (dies gilt i.Ü. für alle Entscheidungen) die Aufgabe die verschiedenen Interessen in ein vernünftiges Konzept, das auch in der Zukunft noch Entwicklungschancen hat, zu gießen.
Es ist wichtig für unsere Jugendlichen - vielleicht auch gerade nach den aktuellen Ereignissen in Deutschland, aber auch speziell in Merzhausen Gestaltungs- und Freiräume zu schaffen.
Neben der erfolgreichen Jugendarbeit durch die Kirchen und die Vereine leistet hier der Verein "Jungens Hexental" sehr gute Arbeit.
Einrichtungen für Jugendliche müssen wirklich nicht immer "perfekt" sein. Das Jugendcafe im Casino ist ein sehr gutes Beispiel.
Dies und besonders die "aufsuchende Jugendarbeit" an Brennpunkten möchte ich sichern und ausbauen.
(Die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Jugendsachbearbeiter H. Bluhm von der Polizei ist hier sicher auch hilfreich.)
Auch für ältere Menschen soll der Ort attraktiv bleiben und die Versorgung gesichert sein. Neben den vorhandenen betreuten Wohnanlagen kann ich mir vorstellen, beispielhaft ein Generationenübergreifendes Wohnprojekt zu unterstützen.
Das Thema Sport und Sportstätten wurde bereits bei der Podiumsdiskussion des VfR ausführlich erörtert. Durch meine persönliche Verbundenheit zum Sport liegt nahe, dass mir die Entwicklung der Sportstätten wichtig ist.
Hier habe ich bereits Vorschläge zum Ausbau der VfR Anlagen gemacht. Mir erscheint eine Realisierung in einem Zeitraum von 3 – 5 Jahren unter der Voraussetzung finanzieller Spielräume durchaus möglich.
Das Bürgerbad - und da gibt es kein Wenn und Aber, muss und wird von mir unterstützt werden, wenn es weiterhin ein solch starkes bürgerschaftliches Engagement hiezu gibt.
Der Klimaschutz liegt in unser aller Verantwortung
- Neue Instrumente, wie Energieeinsparcontracting können hier schnell
große Fortschritte bringen.
- Der Einsatz von regenerativen Energien bei öffentlichen und privaten
Gebäuden gehört für mich zum Standard.
Die Neuordnung der Strom- und Gasleistungsverträge ist
für mich wichtig.
Die Gemeinde muss deutlich mehr Einflussmöglichkeiten bekommen.
Durch einen steuerlichen Querverbund können sich für das Bad möglicherweise finanzielle Vorteile ergeben.
Und nun, zu dem aus meiner Sicht aktuell wichtigsten Thema für die zukünftige Entwicklung Merzhausens:
"Die neue Ortsmitte"
Es geht immerhin um eine Investition von über 12 Mio. Euro
(Unterhalt und Betrieb nicht berücksichtigt).
Meine Haltung hierzu in Stichpunkten:
- der Veranstaltungssaal für Vereine und ein erweitertes Kulturangebot steht für mich außer Frage
- die Größe und die Unterhaltungs- und Betriebkosten müssen noch einmal auf den Prüfstand
- die Platzgestaltung und der Standort des Wochenmarktes, die Buslinienführung und die Neuordnung der Parkplätze sollen weiter entwickelt werden.
- Meiner Meinung nach ist es nicht Aufgabe der Gemeinde ein Wohn- und Geschäftshaus zu bauen und schon gar nicht zu betreiben.
Ich kann mir eine Realisierung in Abschnitten vorstellen, d.h. zunächst Verzicht auf die Wohn- und Geschäftsbebauung - wenn es hierfür aktuell keine Interessenten gibt.
Bei der Planung zur "neuen Ortsmitte" geht es darum, dass die Gemeinde finanziellen Handlungsspielraum behält um andere wichtige Projekte, wie Sport, Betreuungsangebote für Kinder und Umbau der Schule u.a. zu stemmen.
Dies sind viele und große Aufgaben.
Deshalb braucht Merzhausen einen Bürgermeister, der sich mit viel Erfahrung, hoher Fachkompetenz, Kreativität und Engagement sehr schnell den zukünftigen Herausforderungen stellen kann.
Jemand der verlässlich ist und weiß was er tut.
Ein Bürgermeister der Spielräume nutzt, der Verantwortung übernimmt, der die gesetzlichen Spielregeln beherrscht und die Ansprechpartner z.B. zur Erlangung von Zuschüssen kennt.
Gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten ist Erfahrung wichtig. Keiner weiß heute, wie sich die Finanzkrise auf die kommunalen Haushalte auswirkt und wie weit sich die Spielräume verändern.
Alle Aufgaben sind nur auf der Basis eines soliden Haushaltes möglich.
Meine Devise ist: "Erst die Pflicht, und dann die Kür"
Nicht zuletzt braucht Merzhausen aber einen Bürgermeister der offen, menschlich und freundlich ist und nicht distanziert seine Arbeit macht.
Einen, mit dem man - wenn ich das mal so sagen darf – "schwätzen kann".
Ich bin der festen Überzeugung, dass ich ein solcher Bürgermeister für Sie sein kann.
Wenn Sie auch dieser Auffassung sind, dann wählen Sie mich.
In diesem Fall kann ich Ihnen versprechen, dass ich meine ganze Kraft und meine Erfahrung für ein lebens- und liebenswertes Merzhausen einsetzen werde.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit
Autor: bz


