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06. April 2009 14:58 Uhr
Bürgermeisterwahl in Merzhausen
Die Rede von Per Klabundt
Die fünf Bewerber für das Amt des Bürgermeisters in Merzhausen präsentierten sich und ihre Ideen in der Sporthalle Merzhausen bei der offiziellen Kandidatenvorstellung. Die BZ veröffentlicht die Redemanuskripte. Hier: Per Klabundt
Die Rede von Per Klabundt:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Isaak,
liebe Merzhauserinnen und Merzhauser,
in den letzten Wochen war ich in jeder freien Minute in Merzhausen unterwegs.
Ich habe dabei ganz viele engagierte Merzhauserinnen und Merzhauser kennen gelernt. Ich durfte Ihnen zuhören und mit Ihnen sehr gute Gespräche führen. Dabei habe ich sehr viel gelernt: über Merzhausen, über das Leben und sogar über mich selbst. Herzlichen Dank dafür - und für die sehr offene und herzliche Aufnahme.
Das hat mich sehr in meinem Wunsch bestärkt, Ihr Bürgermeister zu sein.
Vier Fragen haben Sie mir immer wieder gestellt:
Erstens: Herr Klabundt, was für ein Mensch sind Sie? Welche Fähigkeiten bringen Sie mit?
Zweitens: Warum wollen Sie Bürgermeister in Merzhausen werden?
Drittens: Kandidieren Sie parteiunabhängig?
Und viertens: Was wollen Sie als Bürgermeister bewirken, was sind ihre Ziele?
Zunächst zu meinem persönlichen und beruflichen Werdegang, zu meiner fachlichen Kompetenz: Ich bin 41 Jahre alt und verheiratet mit meiner Frau Claudia. Wir haben uns in Freiburg im Studium kennen gelernt und gehen seither gemeinsam durchs Leben.
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Ich habe in Freiburg und Köln Germanistik, Geschichte und Philosophie studiert und mit dem Magister abgeschlossen.
Meine Frau Claudia ist Juristin. Ich selbst arbeite jetzt für die mittelständische Handelsgesellschaft meines Vaters. Das ist eine Firma, die mit Pflanzenölen handelt. Beruflich habe ich mich nach dem Studium schwerpunktmäßig zum Fachmann für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation entwickelt. Von 2002 bis 2008 leitete und organisierte ich das Wahlkreisbüro der Freiburger Bundestagsabgeordneten Kerstin Andreae. Merzhausen und die anderen Hexental-Gemeinden habe ich betreut. D.h., ich z.B. habe Bürgeranfragen beantwortet, Firmenbesuche und den Besuch sozialer Einrichtungen organisiert und den Kontakt gehalten zu den Bürgermeistern der Verwaltungsgemeinschaft.
Seit 2004 bin ich Stadtrat in Freiburg und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen. Als Freiburger Stadtrat und als Regionalrat im Regionalverband Südlicher Oberrhein treffe ich viele kommunale und regionale Entscheidungen. Ich bin Verbandsmitglied des Zweckverbands Regio-Nahverkehr Freiburg, Aufsichtsratsmitglied der VAG sowie der Freiburger Abfallwirtschaft und habe in diesen Ämtern umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen gesammelt.
Mit anderen Worten: Ich weiß, wie der Hase läuft. Aus dieser langjährigen Arbeit kenne ich die Ansprechpartner, die Strukturen und die Abläufe sehr gut. Ich weiß, wie die Verwaltung in der Region, in Stuttgart und in Berlin funktioniert.
Meine vielfältige Verwaltungserfahrung wird für Merzhausen sehr nützlich sein. Z.B. wenn es darum geht, Zuschüsse zu beantragen und Mittel zu beschaffen.
Ich bin im besten Sinne ein professioneller Allrounder.
Ein Bürgermeister sollte nicht die Verwaltung verwalten, sondern er sollte die Verwaltung und die Gemeinde leiten und führen. So verstehe ich das Amt. Wir haben viele hervorragende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier im Rathaus. Das sind Verwaltungsfachleute, Spezialisten. An deren Spitze muss kein weiterer Verwaltungsbeamter stehen.
Ein Bürgermeister muss in meinen Augen viele Qualifikationen haben: Er muss natürlich Verwaltungswissen haben, aber er muss in der heutigen Zeit auch wirtschaftlich denken und handeln können. Er muss Merzhausen nach außen vertreten können, selbstbewusst und mit Verhandlungsgeschick. Er muss zuhören können. Er braucht Ideen und Tatkraft. Und er muss entscheiden können. Das Wichtigste aber ist: Er braucht Menschenkenntnis und Lebenserfahrung. Er muss die Menschen kennen, verstehen und lieben. So wie sie sind.
Damit komme ich komme zu der Frage: Warum bewerbe ich mich als Bürgermeister?
Liebe Merzhauserinnen und Merzhauser, als ich gelesen habe, dass Bürgermeister Eugen Isaak nicht mehr antreten wird, war für mich klar: In der Gemeinde Merzhausen will ich Bürgermeister werden, hier stimmt einfach alles für mich.
Merzhausen hat seinen ganz eigenen Charme und Charakter zwischen Stadt und Land. Und Sie, die Merzhauserinnen und Merzhauser, haben ihre eigene Identität - und eine aufgeschlossene Mentalität. Das gefällt mir sehr. Hier gibt es noch eine intakte Gemeinschaft, ein lebendiges Vereinsleben. Ich habe gespürt, dass hier auch den älteren Menschen großer Respekt entgegen gebracht wird. Ältere Merzhauserinnen und Merzhauser engagieren sich sehr und bringen Ihre Lebenserfahrung zum Nutzen aller mit ein ins Gemeindeleben. Auch das beeindruckt mich sehr.
Von der großen Nachbargemeinde Freiburg aus ist es nicht weit nach Merzhausen. Meine Frau und ich haben den Weg in die reizvolle Nachbarschaft oft gefunden. In den letzten Wochen habe ich Merzhausen als Gemeinde und Sie als Bürgerinnen und Bürger noch viel intensiver kennen und schätzen gelernt. Das war eine sehr schöne Erfahrung, für die ich Ihnen dankbar bin.
Meine Frau und ich würden gerne unseren Lebensmittelpunkt in Merzhausen finden. Bürgermeister von Merzhausen zu sein ist mein Traumberuf. Meine Bewerbung dürfen Sie durchaus als eine Liebeserklärung an Merzhausen verstehen.
Nun zur Frage: Kandidieren Sie unabhängig?
Ich habe immer mit offenen Karten gespielt: Ich bin Mitglied der Grünen seit Mitte der 90er Jahre. Aber ich stehe hier nicht als Grüner vor Ihnen, sondern als Per Klabundt - und ich trete hier als unabhängiger Kandidat an. Unabhängig deshalb, weil mich die Grünen weder offiziell als Kandidat aufgestellt haben noch mich inoffiziell ins Rennen geschickt haben. Ich finanziere übrigens auch meinen Wahlkampf bis auf den letzten Cent selbst.
Denn es ist für mich sehr wichtig, als Bürgermeister unabhängig zu sein. Ich will mit allen Gruppen am Ort zusammenarbeiten. Parteipolitik hat im Rathaus nach meiner Überzeugung überhaupt nichts verloren.
Ich bin ein pragmatischer Mensch aus Überzeugung: Konkrete Fragen – und das sind die kommunalen Fragen alle - brauchen konkrete Antworten. Manfred Rommel, der frühere CDU-Oberbürgermeister von Stuttgart, hat einmal gesagt: Der Stuhl des Bürgermeisters ist nicht rot, schwarz oder grün, sondern nur hart. So ist es!
Liebe Merzhauserinnen und Merzhausen, nun aber zur Frage, was ich in den nächsten acht Jahren in Merzhausen mit Ihnen bewegen will:
In einem Satz zusammengefasst: Ich werde mich dafür einsetzen, die gute Lebensqualität Merzhausens zu erhalten und zu stärken. Das wird allerdings in finanziell schwierigen Zeiten nicht leichter.
Ein Schwerpunkt meiner Arbeit wird die Unterstützung der Vereine sein. Ich bin sehr beeindruckt, was Sie hier alles auf die Beine stellen – ob im Sport, im kulturellen Bereich oder im sozialen. Ich habe fast alle Vereinen im Ort kennen gelernt. Sie haben ein sehr reges Vereinsleben – das finde ich absolut unterstützenswert. Besonders toll finde ich die Jugendarbeit, die hier geleistet wird. Ich werde alles dafür tun, dass die Unterstützung durch die Gemeinde auch weiterhin gewährleistet ist.
Verantwortliches und generationengerechtes Handeln braucht solides Wirtschaften als Grundlage. Ich habe viel in der freien Wirtschaft gearbeitet; deshalb ist mir das Thema kommunale Wirtschaftsförderung und Gewerbeentwicklung ein Begriff. Ich will mit Ihnen zusammen die Betriebe am Ort halten und unterstützen.
Ich werde mich für eine gesunde Umwelt einsetzen und die wunderschöne Kulturlandschaft, die den Ort umschließt, bewahren. Ich werde dafür sorgen, dass die Gemeinde Merzhausen in Zusammenarbeit mit den Kirchen und anderen sozialen Institutionen weiterhin Mitmenschlichkeit und Fürsorge sichert.
Seniorenfreundlichkeit, Familienfreundlichkeit, eine engagierte Jugendarbeit und eine verlässliche Kinderbetreuung sind mir sehr wichtig. Das gleiche gilt für ein gutes Angebot an öffentlichem Nahverkehr. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die vielen attraktiven Freizeitmöglichkeiten, das gute gastronomische Angebot und die wohnnahe Versorgung in Merzhausen erhalten bleiben.
Liebe Merzhauserinnen und Merzhauser, ich möchte Sie als Bürgerinnen und Bürger bei der Planung und Umsetzung größerer Vorhaben beteiligen.
Ich verspreche Ihnen nichts, was ich nicht halten kann. Ich komme auch nicht mit einer Schublade voller Patentrezepte nach Merzhausen, sondern ich gehe mit offenem Ohr und offenem Herz an die Aufgaben heran. Die großen anstehenden Projekte wie die neue Ortsmitte, die Schaffung neuer Vereinsräume und die Sanierung sowie der Ausbau der Sportstätten erfordern eine Führungspersönlichkeit mit Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen.
Zuhören, verstehen und dann gemeinsam Lösungen entwickeln – das ist meine Stärke.
Eines verspreche ich Ihnen guten Gewissens: Ich werde mich mit vollem persönlichen Einsatz für die Belange Merzhausens stark machen und Merzhausens Interessen mit Nachdruck vertreten - wem gegenüber auch immer.
Ich bin überzeugt, mit mir treffen Sie eine gute Wahl.
Ich freue ich mich auf Ihre Fragen. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Autor: bz


