"Hockey macht mir eigentlich immer Spaß"

Gabriel Kroher

Von Gabriel Kroher

Mi, 01. August 2018

Merzhausen

40 Kinder trainieren an den ersten Ferientagen bei einem Camp in Merzhausen / Zwei Nationalspielerinnen im Trainerteam.

MERZHAUSEN. Die Schule ist vorbei, auch in Baden-Württemberg sind jetzt Sommerferien. Doch statt mit den Eltern in die Toskana zu fahren oder daheim auf dem Sofa zu sitzen verbrachten 40 Kinder ihre ersten Ferientage mit Hockey. Das jährliche Hockeycamp des Vereins für Rasenspiele (VfR) in Merzhausen fand auf heißem Kunstrasen statt und bot an zwei Tagen eine Mischung aus Ferienstimmung und anspruchsvollem Training, das dieses Jahr sogar von zwei Nationalspielerinnen mitbetreut wurde.

Um 9 Uhr startete das Programm für die Kinder und Jugendlichen, die auch sonst für den Verein in den Jugendmannschaften Hockey spielen. Für die Planung der Einheiten waren Luis Friedemann und Jakob Krug verantwortlich. Die beiden 18-Jährigen sind schon seit Gründung der Hockeyabteilung im Verein und haben seither alle Jugendmannschaften durchlaufen. "Wir sind sozusagen die erste Hockeygeneration", sagte Luis Friedemann mit einem Lachen.

Nun haben beide die Seite gewechselt und trainieren unter anderem die Mannschaft der U-16-Mädchen. Für das Camp hatten die beiden Jung-Trainer auch für spaßige Elemente gesorgt. So mussten sich Spieler zum Beispiel mit einem Glas Wasser und verbundenen Augen durch Hütchen übers Feld führen lassen. Und ein kleines Schwimmbecken sorgte am Spielfeldrand für Abkühlung. Doch auch ernste Übungen zu Technik, Präzision und Spielverständnis standen auf dem Programm. "Es sollen auf jeden Fall zwei Hockey-intensive Tage sein", erklärte Luis Friedemann.

Dafür sollte unter anderem Rosa Krüger sorgen. Sie spielt im deutschen Hockey-Nationalteam und gewann dieses Jahr bei der Hallenweltmeisterschaft in Berlin sogar den Titel. In Merzhausen war sie nun unter anderem für Technikübungen zuständig, in denen der Nachwuchs den Ball eng am Schläger durch bunte Hütchen führen musste. Unterstützt wurde Rosa Krieger von Nina Notman, die in der holländischen Liga spielt und ebenfalls Nationalspielerin ist.

"Es ist immer gut, wenn man Hockey ein bisschen präsentieren kann", bekräftigte Krüger, schließlich sei es immer noch eine Randsportart. "Früher habe ich solche Camps auch mitgemacht", erinnerte sich die Weltmeisterin, "und das hat damals schon viel Spaß gemacht." Nun versuche sie selbst, diesen Spaß zu vermitteln, vor allem mit Grundlagen-Übungen, mehr sei in den zwei Tagen Trainingslager sowieso nicht möglich.

Doch das störte Teilnehmerinnen wie Mayita Herkel eher wenig. "Hockey macht mir eigentlich immer Spaß", sagte die Zwölfjährige, die schon zum zweiten Mal an dem Merzhausener Camp teilnimmt. Sie freue sich vor allem auf das für den Nachmittag geplante freie Spiel. Ohnehin sei das unter allen jungen Sportlern der Favorit, verriet Trainer Jakob Krug schmunzelnd. Beim Anblick der trainierenden Kinder wurde der 18-Jährige beinahe melancholisch: "Es ist schon verrückt, wenn man jetzt zurückschaut. Vor Jahren war ich genau an der Stelle der Kinder, heute stehe ich hier als Trainer."

Mayita und die anderen Campteilnehmer durften sich in der Mittagspause über Pizza zur Stärkung freuen. Für viele dürfte spätestens da der Ferienstart perfekt gewesen sein.