Probelauf für ein Jahr

Merzhausen bekommt einen Bürgerbus

Andrea Gallien

Von Andrea Gallien

Mo, 23. Juli 2018 um 16:01 Uhr

Merzhausen

Merzhausen bekommt zum Jahresende, spätestens im Frühjahr einen Bürgerbus – zunächst als Probelauf für ein Jahr zwischen Ortsmitte und Paula-Modersohn-Platz und nur am Sonntag.

Der Technische Ausschuss gab jetzt grünes Licht, im Haushalt 2019 stellt die Gemeinde 14 000 Euro für die Unterstützung des Projektes ein. Zudem verhandelt sie gemeinsam mit Au und Horben mit der VAG über eine Verbindung, die vom Paula-Modersohn-Platz aus die drei Gemeinden anfahren soll.

Viel Lob vom Ausschuss erhielt die Arbeitsgruppe aus zehn Bürgern unter Federführung von Steffen Bitter für ihr Engagement um einen Bürgerbus. "Die Verwaltung hätte das so nicht leisten können", so Bürgermeister Christian Ante. Die Initialzündung für das Projekt lieferte die Einstellung der VAG-Linie 12 im Dezember 2017. Sie hatte zu allen Betriebszeiten einen Halbstundentakt angeboten. Der kann durch die SBG-Linie 7208 nicht gehalten werden. Gerade am Wochenende fahren Busse oft nur noch stündlich.

Hier nun setzt das Engagement der Bürgerbusbetreiber an, das allerdings auch abhängig ist von der Zahl der Fahrer, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Neun haben sich bislang gemeldet, so Initiator Steffen Bitter. Dank ihres Einsatzes ist es möglich, den Bus am Sonntag vier Stunden zwischen 13 und 17 Uhr fahren zu lassen. Sollten sich mehr ehrenamtliche Fahrer melden, kann die Zeit auf 11 bis 19 Uhr erweitert werden.

Der Bus wird über die Hexentalstraße die gleiche Strecke fahren wie früher die Linie 12, also von der Ortsmitte über die Haltestellen "Grüner Baum" und "Schlossweg" zum Paula-Modersohn-Platz, und dort Anschluss bieten an die Straßenbahnlinie 3. Steffen Bitter erklärt dieses Angebot damit, dass der Bürgerbus quasi auf der Konzession der SBG-Linie 7208 fahren wird, keine eigenen Bushaltestellen eingerichtet werden müssen, dafür aber auch von der Fahrtroute nicht abgewichen werden kann. Über eine mögliche Erweiterung der Route kann später entschieden werden. Auch Geld wird mit dem Busbetrieb nicht verdient. Wer mitfahren möchte, braucht die Regiokarte oder zahlt den Fahrpreis von 2,30 Euro für die Zone 1 und kann damit weiter mit der Stadtbahn fahren. Fahrscheine gibt es beim Bürgerbusfahrer. Das Geld geht an die SBG und wird weitergegeben an den Regio-Verkehrsverbund (RVF), der die Gesamteinnahmen der Mitglieder an die beteiligten Unternehmen verteilt.

"Jetzt starten wir erst einmal mit einem Probelauf", so Steffen Bitter. Und daher soll es von den Kosten her im Rahmen bleiben. Deshalb wird die Initiative auch das Angebot der Firma Hummel aus Kirchzarten annehmen und den dortigen Bürgerbus nutzen, der in Kirchzarten am Sonntag nicht fährt. Für einen eigenen Bus wäre eine Investition von 50 000 bis 100 000 Euro je nach Zuschüssen und Werbemöglichkeiten notwendig. Der Kleinbus fasst acht Mitfahrer. Am Steuer kann jeder sitzen, der einen normalen Führerschein hat. Ein Busführerschein ist nicht notwendig, es muss allerdings ein Personenbeförderungsschein gemacht werden, der über die Initiative finanziert wird, und, so Steffen Bitter, keinen großen Aufwand erfordert.

Im Ausschuss fand das geplante Angebot und vor allem das Engagement der Arbeitsgruppe großen Anklang. Nach einem Jahr werde sich zeigen, wie es von den Bürgern angenommen wird.

Christian Ante erklärte im Gremium, die Gemeinden Au, Horben und Merzhausen seien im Gespräch mit der VAG über ein mögliches neues Angebot eines Großraumtaxis, dass die Querspange von Vauban über Au und Horben bis zur Talstation der Schauinslandbahn abfahren könnte – unter Kostenbeteiligung der Gemeinden. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen.