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09. Mai 2011

Zusammen sind sie 250 Jahre alt

In Merzhausen feierte die Eintracht 150. und der Musikverein seinen 100. Geburtstag / Landrätin Störr-Ritter lobt Kulturengagement.

  1. Josef Käfer (Mitte) erhält für seine 75-jährige aktive Mitgliedschaft im Musikverein Merzhausen die Verdienstmedaille des Oberbadischen Blasmusikverbands von Verbandspräsident Harald Bobeth und der Bezirksvorsitzenden Karin Horst. Foto: Silvia Faller

  2. Zigeunerlied der Sänger mit Lisa Kanchukh Foto: Silvia Faller

  3. Der Männergesangverein „Eintracht“ beim Festakt zum 150-jährigen Bestehen des Vereins und zum 100-jährigen Bestehens des Musikvereins. Foto: Silvia Faller

MERZHAUSEN. Mit einem gemeinsamen Festbankett war dem Musikverein Merzhausen für 100 und dem Männergesangverein (MGV) "Eintracht" für 150 Jahre am Freitag ein abwechslungsreiches Geburtstagfest gelungen. Orchester und Chor umrahmten Grußworte und Festreden mit fröhlicher Musik. Und so war es kein Wunder, dass die Akteure und Gäste im Gemeindehaus der katholischen Pfarrei St. Gallus zweieinhalb Stunden lang einfach nur strahlten.

Einige sogar ganz besonders: Josef Käfer, der seit 75 Jahren im Orchester Es-Horn spielt, ist seit Freitag Träger der selten vergebenen Verdienstmedaille des Oberbadischen Blasmusikverbandes. Volker Heber wurde zum neuen Ehrenmitglied der "Eintracht", seine Chorfreunde Dieter Fürderer, Egon Dreher und Peter Racke tragen nun die silberne Ehrennadel des Breisgauer Sängerbundes, die für 25-jährige aktive Mitgliedschaft verliehen wird, und Helmut Schwenk das Ehrenzeichen in Gold des Deutschen Chorverbandes für 50-jähriges Singen im Chor. Und natürlich haben auch die beiden Vereine insgesamt Ehrungen erfahren. Hans-Peter Hartung, Vorsitzender des Breisgauer Sängerbundes, gratulierte der "Eintracht" im Namen des Badischen und des Deutschen Chorverbandes mit einer Ehrenurkunde. Harald Bobeth, Präsident des Oberbadischen Blasmusikverbandes, beglückwünschte den Musikverein Merzhausen mit seiner Präsidentin Anja Birkenmeier ebenfalls mit einer Urkunde von der Bundesvereinigung deutscher Musikverbände. Mit den beiden Vereinen feierten zahlreiche Ehrengäste: Merzhausens Gemeinderäte und der Bürgermeister, dessen Vorgänger Eugen Isaak (singt auch im Chor) und Werner Dammert sowie Landrätin Dorothea Störr-Ritter. Sie war gekommen, weil sie beim Gemeindejubiläum jüngst verhindert war, und gratulierte in ihrer Ansprache daher nicht nur den Vereinen, sondern auch der Kommune nachträglich zur urkundlich belegten 1225-jährigen Existenz. Störr-Ritter sprach ein Dankeschön an die Engagierten in den beiden Vereinen aus, ganz besonders dafür, dass sie Familien und Freundeskreisen einen Ort bieten, gemeinsam und generationenübergreifend zu musizieren und die Freizeit zu gestalten.

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Festredner Christian Ante erläuterte die historischen Wurzeln des Männerchor- und Blasmusikwesens und lobte die kulturellen Vereine "für die Pflege des örtlichen Gemeinwesens und für den sozialen Zusammenhalt", ganz besonders in den Jahren nach den Weltkriegen und der Neugründung 1949 bis heute.

Ohne Gesang- und Musikverein wäre das Leben ärmer

"Ohne unseren Männergesangverein und den Musikverein wäre das Leben im Ort ärmer. Für die Bereicherung unserer Gemeinschaft über alle Jahre hinweg gebührt den Geburtstagskindern große Anerkennung", sagte er. Überdauert hätten die Vereine so viele Jahrzehnte, weil immer wieder Menschen zusammengefunden und die Ideen von Gemeinschaft, Kultur und Heimatpflege mitgetragen hätten.

Zudem ermutigte der Bürgermeister die beiden Vereine, sich weiter um die Nachwuchsarbeit zu bemühen. Beim Musikverein erlernen Jungen und Mädchen ein Instrument, und es sind junge Leute auch in das Orchester einbezogen. Bei der "Eintracht" hingegen ist die weitaus überwiegende Mehrheit der Sänger im fortgeschrittenen Alter. Präsident Rüdiger Mäckel appellierte an die Besucher und die Chormitglieder keine Gelegenheit verstreichen zu lassen, neue Sänger zu gewinnen, "damit wir auch in Zukunft einen kulturellen Beitrag leisten können".

Solche Beiträge gab es natürlich auch am Festabend: Der Musikverein mit seinem Dirigenten Alexander Lang spielte feierliche Stücke zur Eröffnung, die seine Präsidentin Anja Birkenmeier gestaltete, und am Ende des Festakts eher schmissige Stücke mit dem Badner Lied als freudig umjubeltem Finale.

Die "Eintracht" mit Chorleiter Werner Salm – sie umrahmte die Sängerehrungen – begeisterte die vielen Gäste kaum weniger. Mit einem fröhlichen Zigeunerlied sorgte sie sogar für den Höhepunkt des Abends – dies war aus dem Applaus zu schließen, begleitet von Salms am Klavier, der Violinistin Lisa Kanchukh sowie den Sängern Volker Heber und Martin Bleicher an der Gitarre und Kevin Dürr als Trommler. Die Überraschung des Abends bot Hilde Rohrwasser, deren Sohn und Enkelinnen im Orchester des Musikvereins mitspielen. Sie hatte im Auftrag des Vereins für den Männergesangverein eine Glückwunschschärpe bestickt, die die Vereinsfahne bereichern wird und beschenkte "ihren" Musikverein ebenfalls mit einer solchen Schärpe.

Autor: Silvia Faller