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22. April 2014

Messe voller Leichtigkeit und Freude

Kirchenchor Heilig Kreuz und Gäste führen Mozarts "Missa in C" auf / Gesamtleitung lag bei Bernhard Schmidt.

  1. Verspielt und heiter ist die „Missa in C“ angelegt, verspielt und heiter setzte das Ensemble von Bernhard Schmidt (links) die Messe um. Foto: Decoux-Kone

ETTENHEIM-MÜNCHWEIER. Am Ostersonntag begleiteten der Katholische Kirchenchor Heilig Kreuz, der Kammerchor Cantemus Gundelfingen, vier Gesangssolisten und ein kleines Orchester den Ostergottesdienst mit Mozarts "Missa in C" – besser bekannt als "Krönungsmesse". Pfarrer Jörg Seburschenich zelebrierte in der vollbesetzten Heilig-Kreuz-Kirche den ersten Tag nach der Auferstehung Christi. Dirigent Bernhard Schmidt hatte die musikalische Gesamtleitung inne.

Da Mozarts Musik hinlänglich bekannt ist für ihre Leichtigkeit und Lebensfreude, passte sie natürlich blendend zum fröhlichen Anlass der Auferstehung Christi. Die Sänger und Musiker hatten aber nicht nur seine Krönungsmesse im musischen Gepäck, sondern intonierten auch Mozarts "Laudate Dominum", das "Ave verum corpus" und zwei seiner verspielt-heiteren Kirchensonaten.

Im Wechselgesang oder als großer Chor waren auch die Gläubigen Teil der Aufführung. Dabei nahm der stimmgewaltige Chor nicht nur rein personell ein Viertel der Kirchenbänke, sondern die Gesamtheit des Kirchenraums mit seinen kräftigen Stimmen ein. Die vier geschulten Solisten – Sopranistin Anja Bittner, Altus Tobias Knaus, Tenor Jonas Wieczorek und Bass Eugen Zak – akzentuierten entweder andächtig, jauchzend oder schwermütig und arbeiteten aus dem musikalisch dicht gewebten Klang- und Stimmteppich raffinierte Feinheiten heraus. Trotz der musikalischen und dramatischen Brillanz von Mozarts Krönungsmesse ging es im Gottesdienst auch um Liturgie und christliche Osterbotschaft. Pfarrer Jörg Seburschenich segnete einleitend die Altarkerze, die bis zum Pfingstsonntag brennen und danach für Taufen und Beerdigungen – den Anfang und das Ende des Lebens – entzündet werden wird.

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In seiner Predigt ging er trotz der Heiterkeit des Anlasses auf das ernste Thema der Armut in all ihren Erscheinungsformen ein. Anhand des Beispiels von Donna Elena aus Brasilien zeichnete er das Bild einer armen Frau, die auf einer Müllkippe hauste, sich aber ihrer Würde und ihres Wertes als Mensch bewusst war und blieb. "Die Würde des Menschen ist unantastbar", sagte Jörg Seburschenich. Und: "Arme, Arbeitslose, Behinderte, Frauen, Kriegsflüchtlinge und Ausländer sowie Kinder, vor deren Missbrauch selbst Männer der Kirche nicht zurückschreckten, fühlen sich als Menschen zweiter Klasse. Jesus setzt sich gleich mit ihnen, denen man den Respekt versagt, und wurde Mensch, um an der Seite der Schwachen zu sein. Gott selbst respektiert eure Würde, die andere mit Füßen treten. Daher hat Papst Franziskus den Namen eines Mannes angenommen, der die Verarmten umarmt."

Zur Kommunion luden zunächst zarte Streicher und die federleichte Stimme von Solistin Anja Bittner ein, dann folgten Pauken und Trompeten sowie der stimmgewaltige Chor. Noch lange nach dem Auszug von Pfarrer und Ministranten blieben die Gläubigen sitzen und genossen das Postludium und die abschließende Kirchensonate, um nach dem letzten Ton der Musik Ensemble und Chor kräftigen Applaus spenden zu können.

Autor: Isabelle Konnegen