Nachruf

Mit Bildern Wesentliches übers Menschensein gesagt

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Mi, 12. Dezember 2018 um 17:30 Uhr

Schopfheim

Trauer um Mark-Roland Fuchs, der im Alter von 63 Jahren verstorben ist. Der Künstler hatte Ateliers in Schopfheim und Raich-Ried.

"Man sollte Kunst nur machen, wenn man etwas zu sagen hat." So lautete immer der künstlerische Leitspruch von Mark-Roland Fuchs. Was der Schopfheimer Maler sagen und ausdrücken wollte, zeigen seine expressiven Menschenbilder, die von existenzieller Eindringlichkeit sind. Diese tiefgründigen Bilder über das Menschsein werden bleiben, über den Tod des Künstlers hinaus, der vergangene Woche im Alter von 63 Jahren überraschend verstorben ist.

Die Trauer, Betroffenheit und Bestürzung sind groß in der Kunstszene über den Tod des Malers aus Raich-Ried, der sich mit Leidenschaft, schmerzlicher Intensität und lebensphilosophischer, grüblerischer Gedankentiefe mit dem Thema Mensch befasst hat. "Sehr traurig müssen wir bekannt geben, dass Mark-Roland Fuchs am 7. Dezember verstorben ist", heißt es auf der Internetseite des Künstlers. 1955 in Schopfheim geboren, studierte Mark-Roland Fuchs nach dem Abitur zunächst Chemie, bevor er sich ganz der Kunst zuwandte und an die Kunstakademie Freiburg ging. Seit 1980 war Fuchs freischaffend als Künstler tätig, hatte fast 30 Jahre lang ein Atelier in der Schopfheimer Altstadt, aber auch parallel eines in seinem Wohnort Ried. In den fast 40 Jahren seines Schaffens hatte der Maler zahlreiche viel beachtete Ausstellungen, nicht nur in der Region, in der Kulturfabrik Schopfheim, in der Galerie Ganter in Pfaffenberg, in der Kirche in Ried, im Kunstraum Kieswerk in Weil, an der Landesgartenschau Grün 99 in Weil, in der Reihe "Kunst im Foyer" bei Endress und Hauser in Maulburg, sondern auch international in Paris, in Poligny, in Palma de Mallorca, in Schweden und den USA.

Vor einem Jahr, im November 2017, erfüllte sich der Maler einen langgehegten Traum und eröffnete eine eigene Galerie in der Hauptstraße in Schopfheim. Die Räume hatte er aufwändig renoviert. Er stellte zum Auftakt eigene Arbeiten aus und veranstaltete auch Ausstellungen mit anderen Künstlern. So startete er eine Kooperation mit dem Weiler Kunstraum Kieswerk, um die Galerie regional und international zu vernetzen. Mit der ihm eigenen Nachdenklichkeit widmete sich Fuchs dem Motiv Mensch und blieb stets dem Figürlichen treu. Die Abgründe und Schattenseiten des menschlichen Daseins, Angst, Schmerz, Skepsis, Zweifel, Fragen, die den Menschen bewegen, brachte der Maler in bezwingender Intensität der Bildsprache auf Leinwand, Holzbretter oder Papier.

Familie, Künstlerfreunde und Begleiter trauern

"Der Mensch ist des Menschen Wolf", war der Titel einer Retrospektive in der Kulturfabrik Schopfheim. Dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch das Schaffen von Mark-Roland Fuchs. Gesichter mit fragendem Blick, mit Augen, in denen sich die Verletzlichkeit, Ängste, Sorgen, aber auch Hoffnungen des Menschen spiegeln, Augen als Spiegel der Seele. Die Gesichter, die Köpfe, oft überlebensgroß, sind immer auf Wesentliches konzentriert.

Auch die Figuren, teils silhouettenhaft dargestellt, stehen symbolisch für die schwierige Situation des Menschen in unruhigen Zeiten von Krieg, Flucht, Zerstörung, Vereinsamung und Unsicherheit. Das Leiden der Kreatur, die wesentlichen Fragen des Menschen setzte Mark-Roland Fuchs in seiner individuellen, hochexpressiven Figurensprache um, unterstützt von starken Farben. In seinen jüngsten Werkreihen "Faces" und "Quo Vadis" zeigte sich die Kraft, Ausdruckstiefe und Intensität des großen Menschenmalers Mark-Roland Fuchs.

Der Maler hat aber auch immer wieder experimentiert, mit neuen Bildern auf rohen Holzbrettern, die Risse und Strukturen als Zeichen der Brüchigkeit der Existenz tragen, oder mit Arbeiten in Tusche und Acryl auf Bütten und Japanpapier. In jüngster Zeit wandte sich Fuchs auch der digitalen Malerei zu.

Mit der Familie trauern viele Künstlerfreunde und Weggefährten um diesen Maler, der in seinen Menschenbildern so Wesentliches zu sagen hatte und ein nachhaltig beeindruckendes Werk geschaffen hat. Berührend klingt der Abschied auf der Homepage des Künstlers: "Wir sind uns begegnet. Du hast Spuren hinterlassen in uns. Deine Handschrift, deine Bilder, unauslöschlich. In unseren Herzen hast du dir Raum geschaffen – für immer."