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21. Oktober 2016

Mit dem Johannesareal geht’s vorwärts

Bauausschuss gibt dem Bebauungsplan seine Zustimmung / Kurze Debatte übe Attika-Geschosse und Gebäudeabstand zur Straße.

WEIL AM RHEIN. Die geplante Nachverdichtung der Wohnbebauung auf dem Areal der Johannesgemeinde zwischen Bühl- und Goethestraße beschäftigt die Stadtverwaltung schon seit geraumer Zeit. Am Dienstag hat das Bauamt nun den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes vorgelegt, der den Bau von vier Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage sowie des neuen Gemeindezentrums der Johannesgemeinde regeln soll. Im Ausschuss gab es zwar eine kurze Debatte, letztlich aber stimmte das Gremium dem Entwurf und seiner Offenlage zu.

Sofern kommende Woche auch der Gemeinderat seine Zustimmung erteilt, kann der Plan offengelegt werden. Anwohner und Behörden haben dann Gelegenheit, Bedenken und Anregungen vorzubringen, die vor der endgültigen Verabschiedung noch ausreichend berücksichtigt werden müssen.

Auf dem Areal sind sechs Baufenster definiert worden, wobei eines sich auf die Johannes-Kirche und das geplante neue Gemeindezentrum bezieht. Vier weitere entsprechen dem Bauvorhaben eines privaten Investors, der einen Teil des früheren Kirchengrundstücks bekanntlich erworben hat. Ein letztes Baufenster befindet sich auf der Grünfläche nördlich der Johannes-Kirche, die nach vor im Besitz der Kirchengemeinde ist.

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Die Bebauung auf dem Grundstück darf maximal dreigeschossig erfolgen, außerdem ist ein zusätzliches Attika-Geschoss zulässig, das nicht die gesamte Grundfläche einnehmen darf. Zulässig sind nur Flach- oder Pultdächer. Für Wohnungen, die mehr als 80 Quadratmeter Grundfläche oder mehr als zwei Zimmer haben müssen zwei Stellplätze nachgewiesen werden. Außerdem muss jedes Wohnhaus einen Stellplatz in der Nähe des Eingangs haben, den Ärtze, Handwerker, Paketdienste oder dergleichen nutzen können. Als ergänzende Festsetzungen sind Dachbegrünungen, Fassadenbegrünungen und Pflanzgebote für Bäume eingearbeitet worden.

Im Bauausschuss nahm Stadtrat Axel Schiffmann Anstoß an der Möglichkeit, dass das Attikageschoss nicht mittig auf dem Gebäude angeordnet werden muss, sondern auch an eine Seite gerückt werden kann. Dadurch ergebe sich auf dieser Seite eine sehr hohe Fassade, die für die Nachbarschaft zu massiv wirken könnte. Bauamtsleiter Renner gab dazu jedoch zu bedenken, dass nur drei Vollgeschosse vorgesehen seien, während die Häuser auf der anderen Seite der Goethestraße vier Vollgeschosse hätten. Auch wenn das Attikageschoss zur Goethestraße hingerückt würde, sei die Bebauung noch nicht höher als die Gebäude vis-a-vis. Unterstützung erhielt Schiffmann aber auch von Stadtrat Thomas Bayer, der dafür plädierte, die Attika-Geschosse mittig auf den Gebäuden vorzuschreiben.

Stadtrat Johannes Foege störte sich dagegen daran, dass die Baufenster sehr nah an die Goethestraße reichten. Die Bebauung könne also sehr nahe an die Straße rücken. Er würde es lieber sehen, wenn ein größerer Abstand eingehalten werden müsste. Renner sah das anders. Von einem Vorgärtchen hätten die Bewohner nichts. Könne man die Gebäude aber nahe an die Straße rücken, so bleibe eine umso größere Fläche im Innenbereich übrig, die dann bepflanzt und wesentlich attraktiver für die Bewohner gestaltet werden könne. Aus städtebaulicher Sicht sei diesem Aspekt Vorrang einzuräumen.

Autor: Hannes Lauber