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17. August 2015

Mit Sissy auf der Suche

14 Kinder waren bei der Ferienaktion mit der Rettungshundestaffel im Allmendwald unterwegs.

  1. Querfeldein geht es durch den Allmend Foto: Georg Voß

  2. Ohne GPS geht es nicht mehr Foto: Georg Voß

TENINGEN/REUTE. Vierzehn Kinder waren bei der Ferienaktion im Teninger Allmend mit der Rettungshundestaffel Breisgau-Ortenau unterwegs. Sie durften die Tiere nicht nur streicheln, sondern sich vor allem bei Übungseinsätzen als Retter beweisen. Die Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren wurden in drei Gruppen zu simulierten Notlagen geschickt: Ein Angler im Boot wurde als vermisst gemeldet, dann war ein Gebäude eingestürzt.

Die Einsatzleitung ist schon vor Ort. Im mit Stromaggregat, Computer, Drucker und Funk ausgestatteten Einsatzfahrzeug druckt Severin Hauger eine Karte aus, über die er ein Gitterraster legt. Das zu durchsuchende Terrain ist in Felder aufgeteilt. Anna, Johanna, Inga und Noah bekommen diese Karte in die Hand gedrückt. Zuvor wurde Johanna zur Zugführerin ernannt und alle Kinder wurden von Lisa Bickel mit Hund Sissy vertraut gemacht. Es ist ihr eigener Hund, der eine zweieinhalb Jahre lange Ausbildung als Rettungshund hinter sich hat. "Der Hund sucht die Vermissten aus Eigennutz, weil er sein Lieblingsfutter oder Spielzeug bekommt", sagt sie.

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Neben der Karte erhalten die Kinder ein GPS-Gerät und ein Funkgerät, mit dem sie Kontakt zur Einsatzleitung halten. Sie erfahren, dass sich eine 1,70 Meter große Person mit roter Jacke und blauer Jeans sich in einem Haus befindet, in dem es eine Gasexplosion gegeben hat.

"Einsatzleitung Team zwei, kommen", meldet sich Zugführerin Johanna über Funk. Sie bekommt die Koordinaten und bestätigt sie: "Nord 480118200079641, kommen." Sie gibt die Koordinaten ins GPS-Gerät ein, die Suche unter Gebäudetrümmern kann beginnen. Team zwei läuft los, querfeldein, über Baumstämme und durch Bäche geht es durch die Allmend.Dann kommt das Team an der Schadensstelle an. Die Häuser dort, heißt es, seien nach einer Gasexplosion einsturzgefährdet. Die Schadensstelle darf nicht betreten werden. Johanna skizziert die Lage auf einer Karte. Unter den Häusern zeichnet sie ein Quadrat, darüber schreibt sie: Gas. Im Quadrat notiert sie den Namen der Staffel und das Datum. Ankunftszeit: 10:54 Uhr. Die Einsatzleitung signalisiert: Die Suche kann jetzt beginnen.

Sissy läuft los, folgt der Witterung und bellt, als sie die Person gefunden hat. Das Bergen übernehmen andere Einsatzkräfte, während Sissy ihr verdientes Leckerli bekommt. Johanna trägt die Anzahl der vermissten Personen und das Ende des Rettungseinsatzes ein: 10:57 Uhr. Sie zeichnet einen Kreis um das Quadrat, alle vier Kinder vom Team zwei unterschreiben. "Dieses Zeichen ist international", sagt Gerd Habel, Vorsitzender der Rettungshundestaffel. Die hat im Schnitt drei Einsätze im Monat – den letzten vor einer Woche im unwegsamen Zastlertal am Feldberg. Neben der Trümmersuche gibt es andere Einsatzbereiche. Die Lawinensuche nach Verschütteten zum Beispiel, die Flächensuche nach Vermissten in unwegsamem Gelände – und das Mantrailing, bei der der Hund die Geruchsspur einer bestimmten Person verfolgt.

Anna, Johanna, Inga und Noah fanden die Suche spannend, wie sie erklären. Dann geht der Übungseinsatz weiter: Nach einem Sturm wird ein etwa 25 bis 30-jähriger Angler seit drei Stunden vermisst. Weder er noch sein Schlauchboot und Angel wurden gefunden. Er trägt eine Anglerhose und einen Filzhut. Jetzt ist Inga die Zugführerin von Team zwei. "Einsatzteam zwei, kommen", sagt Inga Sie erhält die Koordinaten: "Nord 48058300749834, ich bestätige, kommen." Die Suche mit Rettungshund Andra kann beginnen.

Autor: Georg Voss