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28. Juli 2012
Mit Waschbrett, Trog und Stampfer
Ferienprogramm der Landfrauen: Beim "Wäschewaschen wie anno dazumal" am 17. August sind auch Erwachsene willkommen.
IBACH. Im Kinderferienprogramm der Landfrauen Ibach mit den Naturführern des Oberen Hotzenwaldes findet sich auch das Thema "Wäsche waschen wie anno dazumal". "Großen Waschtag" gab es zwar in dieser Woche noch nicht, aber Irmtraud Zehetner hat schon mal alle notwendigen Utensilien dafür gesichtet.
Dazu traf sie sich mit dem Ehepaar Margarete und Paul Mark im Ibacher Rathaus. Das Ibacher Bürstenmuseum nämlich war in der Planungsphase einmal als themenübergreifendes Hygienemuseum angedacht gewesen, und so wurden allerlei Gerätschaften in der alten Gefrieranlage des Ibacher Rathauses eingelagert, die Zeugnis von den früheren hygienischen Gepflogenheiten geben.Dazu gehören diverse Waschbretter, ein hölzerner Waschtrog aus dem Sudetenland, gefederte Wäschestampfer, die aussehen wie zu groß geratene Saugstöpsel zur Abflussreinigung, aber auch richtige Waschmaschinen. Eine davon funktioniert hydraulisch, wurde in die Wanne gestellt, unter der das Feuer zum Erwärmen des Wassers brannte, und dreht die Wäsche beim Zulauf von frischem Wasser mit vier Holzstäben hin und her. Die andere ist schon eine richtige geschlossene Trommel mit Kurbel zum Drehen, eine Arbeit, die früher gern an die Kinder delegiert wurde, wie Irmtraud Zehetner sich erinnert.
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Außerdem gibt es noch Zinkwannen, Wasserkrüge und eine Wäschepresse mit dem vielsagenden Aufdruck "Original Frauenlob". Auch eine Sunlichtseife in Originalverpackung hat der Fundus im Ibacher Rathaus zu bieten. Sie wirbt mit den Worten "größte Waschkraft, mühelose Arbeit, höchster Erfolg. Über 50 Jahre unübertroffen". Wie so ein Waschtag damals aussah, lässt sich ermessen, wenn Mark erzählt, er habe ihn als Kind gehasst, weil die Frauen in der Familie von der anstrengenden Arbeit mit der Wäsche immer genauso ausgelaugt gewesen seien wie die Wäsche selbst und es deshalb kein richtiges Essen gab.
Irmtraud Zehetner möchte mit ihrem Angebot für das Kinderferienprogramm daher auch zum Nachdenken darüber anregen, welche Mühsal den Alltag in früherer Zeit tatsächlich bestimmte. Sie möchte Vergessenes in Erinnerung rufen und lädt dazu nicht nur Kinder ein, sondern würde sich auch über Teilnehmerinnen freuen, die noch aus ihrer eigenen Erfahrung mit dem "großen Waschtag" berichten können. Um den Termin möglichst anschaulich zu gestalten, wird der Termin am Brunnen beim Ibacher Rathaus stattfinden, und jeder Teilnehmer sollte ein paar eigene Wäschestücke mitbringen. Natürlich wird sie auch ein paar Leinen spannen, damit das vollbrachte Werk auch entsprechend bewundert werden kann.
Treffpunkt für diesen Waschtag wie anno dazumal ist Freitag, der 17. August, 14 Uhr, am Ibacher Rathaus. Der Termin wurde gegenüber der ursprünglichen Ankündigung im Flyer der Naturführer zugunsten des Heugeißfestes nach hinten verschoben.
Autor: Karin Steinebrunner



