Miteinander auf dem Weg

Ute Aschendorf

Von Ute Aschendorf

Fr, 28. März 2014

Schluchsee

Schwarzwaldverein Hochschwarzwald diskutiert Nebeneinander von Wanderern und Radfahrern / Provisorische Führung gewählt.

LENZKIRCH. Bei der Bezirksarbeitstagung des Schwarzwaldvereins Hochschwarzwald (SWV) im Hotel "Ruhbühl" in Lenzkirch haben Vorstände und Fachwarte der zehn Hochschwarzwälder Ortsgruppen die Organisation des Bezirksvorstandes verhandelt und das Thema Mountainbike diskutiert. Die Tagung leitete Doris Vogel, Vorsitzende des Ortsverbands Lenzkirch.

SWV-Vizepräsident Werner Hillmann informierte über den Leitfaden zur Entwicklung von Mountainbikestrecken, an den der SWV maßgeblich mitgestaltete. Er forderte die Ortsgruppen auf, sich rechtzeitig in die Planung neuer Radstrecken einzuschalten, um Einfluss darauf zu nehmen. Mountainbikestrecken könnten Pfade sein, die nicht zum SWV-Wegenetz gehören oder sehr wenig begangen werden. Auf kurzen Abschnitten könne es auch zu einer Doppelnutzung von Wanderern und Radlern kommen. Mit den Projektträgern müssten die Pflege der Wege und der Wegweiser und gegebenenfalls Kostenersatz besprochen werden. Zudem sollen alle Änderungen im Wegenetz der Hauptgeschäftsstelle gemeldet werden. Hillmann verspricht sich von dem Leitfaden eine gute Chance, gelegentliche Konflikte zwischen Wanderern und Mountainbikern zu entschärfen.

Wer wird die Wege pflegen?

Sabrina Röseler, die bei der HTG unter anderem für die Bedürfnisse von Mountainbikern und Wanderern zuständig ist, wies darauf hin, dass beide die schöne Landschaft und Natur genießen wollen und sich gute Wege mit umfangreicher Beschilderung wünschen. Angesichts der Angebote in Österreich und der Schweiz gelte es, den Hochschwarzwald als aktive Natursportregion zu etablieren. Zwischen den Zielgruppen gäbe es keine klare Abgrenzung, denn auch Wanderer seien gerne mit Mountain- oder Elektrobike unterwegs. Röseler stellte die Etappen des 114 Kilometer langen "Gipfeltrail" vor, der von Titisee-Neustadt über Thurner, Feldberg, Notschrei, Belchen und Schluchsee führen soll. Die Planung vor Ort und die Gespräche mit den Ortsgruppen des SWV stünden an. Ziel sei es, den Weg im nächsten Jahr zu eröffnen.

Besonders die Wegewarte der Ortsgruppen zweifelten an dem Konzept und fragten mit Blick auf diejenigen, die viele Stunden ehrenamtliche Arbeit leisten: "Wer wird die Wege pflegen?" Einige Mitglieder berichteten von Konflikten mit Mountainbikern. Rita Bölle von der Ortsgruppe Löffingen wies darauf hin, dass sie wie viele andere zu Fuß und auf dem Rad unterwegs seien. Viele Ortsgruppen böten auch Radtouren an.

Der Hochschwarzwald ist groß genug

Thomas Reith, mit Manuel Pfaff Vorsitzender des Radsportvereins Hochschwarzwald (RSV), stellte sich den Bedenken. Der Hochschwarzwald sei groß genug für verschiedene Sportarten. Den Kindern werde im Radsportverein vermittelt, dass man im Wald freundlich grüßen solle. Zum Erhalt der Wege werde auch auf die Vermeidung von Bremsspuren Wert gelegt. Er plädierte für gegenseitige Rücksichtnahme. Die Permanentstrecke an der Hochfirstschanze, auf der sein Verein trainiere, werde von den Mitgliedern selbst gepflegt. Er glaubt, dass die Radsportvereine der Region bei der Pflege von Strecken mitwirken würden.

Auf der Tagesordnung stand die Verabschiedung der Kassenwartin Karin Böhm, die ihr Amt zwölf Jahren ausübte. Zur Nachfolgerin wurde Judith Runte gewählt. Nachdem Bezirksvorsitzende Harald Fritsche wegen Umzugs seinen Posten abgab, sollte eine Kommission einen Nachfolger finden. Die Suche blieb erfolglos. Als Übergangslösung, bis ein Nachfolger gewählt werden kann, lenkt ein "Dreigestirn" die Geschicke des Bezirks. Judith Runte hält den Kontakt zum Hauptverein und vertritt den Bezirk in Freiburg. Sie fungiert als Schnittstelle zwischen den Ortsgruppen und dem Hauptvorstand. Karl-Ludwig Gerecke ist für die Vereinspolitik zuständig und Marina Fuss übernimmt organisatorische Aufgaben. Doris Vogel mahnte, sich nicht zurückzulehnen, sondern weiterhin einen Vorsitzenden zu suchen.

Hillmann lobte den Bezirk für seinen Zusammenhalt und berichtete vom neuen Hauptgeschäftsführer, der ab 1. Mai die Nachfolge von Walter Sittig antritt. Auch wies er auf eine Beitragsanpassung 2016 hin.

Beiträge könnten steigen

Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben klaffe immer weiter auseinander. Die zahlreichen Aufgaben des Verbandes und die Ungewissheit betreffs der Fördermittel beschäftigen das Präsidium. Die Ortsgruppen müssten jetzt über die Beiträge diskutieren, damit man bei der Delegiertenversammlung 2015 darüber abstimmen könne. Die Beiträge des SWV sind laut Hillmann im Vergleich mit anderen Vereinen sehr gering.