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21. November 2011

Mitten drin im Klimawandel

Theater Berliner Compagnie gastierte auf Einladung der Aktion Dritten Welt in Niederhof.

  1. Das Theater Berliner Compagie rührte zum Auftakt der Jubiläumswoche anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Murger Weltädeli kräftig den Klimawandel um. Foto: Brigitte Chymo

MURG-NIEDERHOF. Mit hochkarätigem politischen Theater eröffnete die Aktion Dritte Welt am vergangenen Freitag ihre Jubilämswoche zum 25-Jährigen Jubiläum des Murger Weltlädeli. In der Sporthalle Niederhof gastierte das Theater Berliner Compagnie mit einem Stück zur Klimakatastrophe. In der Regel wird selten so heiß gegessen wie auch gekocht wird. Nicht aber in der Küche der Theater Berliner Compagnie. Dazu waren die Zutaten, die auf der Bühne in Niederhof in den Töpfen landeten viel zu brisant: Kohle- und Atomkraftwerke, Lobbies, Lügen, Berliner Politik, die heiße Sonne Afrikas und ein Migrant.

Mit den gefälligen Kochsendungen in unseren TV-Kanälen hatte das Theaterstück "So heiß gegegessen wie gekocht" von Helma Fries daher auch nur die Verpackung gemeinsam. Ansonsten ging’s zur Sache: Sechs schräge Typen in der Küche eines Gasthauses, in dessen unmittelbarer Nähe ein Kohlekraftwerk entstehen soll, stellen sich gegen einen übermächtigen Stromkonzern. Die Küche wird zum Widerstandsnest. Nicht zuletzt durch den Spüler, einen illegalen Migranten aus Afrika, durch dessen persönliches Schicksal Zusammenhänge und Probleme konkret wurden: "Glaubt ihr, ein Afrikaner würde seine Heimat verlassen, wenn er nicht müsste?", so der ausgebildete Ingenieur, den Dürre und Hunger auf dem afrikanischen Kontinent nach Deutschland verschlugen.

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Witzige Pro- und Contra-Dialoge

Schon war das Publikum in der Niederhöfer Sporthalle mitten drin im Klimawandel, der vom industrialisierten Norden ausgehend vor allem den Süden trifft. In Pro- und Contra-Dialogen und vielen aufklärenden Fakten nahm ein Drama seinen Lauf, das gleichzeitig erschütterte, aber auch mit viel Witz einherging.

Und das Mut machte: "Wenn wir uns zusammenraufen, wird die Rechnung doch nicht ohne Wort, ohne uns und euch gemacht." Am Ende und als Zukunftsvision stand gleichzeitig die Erkenntnis, das Frieden unabdingbar mit Gerechtigkeit zusammenhängt: "Die solare Gesellschaft wird eine friedliche Gesellschaft sein."

Bereits zum sechsten Mal gastierte das Theater Berliner Compagnie auf Einladung der Aktion Dritten Welt am Hochrhein, begeisterte sein Publikum durch sehr professionelles Agieren und demonstrierte einmal mehr, dass aufklärendes, engagiertes, politisches Theater nicht staubtrocken sein muss.

Das von der Aktion Dritte Welt gegründete und geführte Murger Weltlädeli feiert in diesem Jahr sein 25-Jähriges Jubiläum. Ziel ist es, die Anliegen der Dritten Welt bewusst zu machen und zu unterstützen. Die Jubiläumsveranstaltung findet diesen Donnerstag, 24. November, statt. Nach einem ökumenischen Gottesdienst um 18 Uhr in der St. Magnuskirche spricht ab 19 Uhr in der Murgtalhalle Markus Raschke aus München zum Thema "Fairer Handel – oder: Ist Solidarität am Markt Utopie?"

Infos gibt es auch im Internet unter http://www.weltlaedeli.de

Autor: Brigitte Chymo