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03. August 2012

Möglichst sorglos in die Südwest-Liga

Xaver Zembrods Lieblingsszenario mit dem SC Freiburg II: Ohne Unruhe und ohne Druck ausbilden / Eintracht Trier ist Auftaktgegner.

  1. Fußball, Regionalliga Süd, SC Freiburg II - FSV Frankfurt U23 am Samstag (14.04.2012). Mounir Bouziane von Freiburg (M) bejubelt mit Nicolai Lorenzoni (l) und Patrick Lienhard (r) das 1:0 Foto: Seeger

FUSSBALL. Morgen, Samstag startet der SC Freiburg II in die Regionalligasaison. Zum Auftakt kommt um 14 Uhr mit Eintracht Trier gleich eine Hausnummer ins Mösle. SC-Trainer Xaver Zembrod möchte frühzeitig punkten.

In der vergangenen Saison, da landete der SC II auf dem achten Tabellenplatz. Ein guter Mittelfeldrang, der niemandem Anlass zur Beschwerde gab. Parallel lief es fast noch besser, die Fußballschüler der U 23 wurden ein paar Schritte weitergebracht, der eine dahin, der andere dorthin. Bei Oliver Sorg und Immanuel Höhn hieß das: Sprung zu den Profis.

Trainer Xaver Zembrod, der mit dem Regionalligisten gegen Trier in die neu formierte Regionalliga Südwest startet, hätte nichts dagegen, liefe es in dieser Spielzeit ähnlich. Niemand in der Fußballschule wehrt sich gegen einen Spitzenrang, doch der ist nur für Klubs wie Großaspach oder Kassel ein Muss. Für die Freiburger geht es primär wie immer darum, sich wenigstens um einen mittigen Tabellenplatz herum aufzuhalten. Das vermeidet Unruhe und gibt die Möglichkeit, ohne erhöhten Druck zu arbeiten.

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Zembrod will nicht gezwungen sein, irgendwann auf Ergebnis spielen zu müssen, um den Abstieg zu vermeiden, er will stetig wechseln, den vielen jungen Fußballern, die alle Profis werden wollen, auf einem guten Niveau reichhaltig Spielpraxis geben und ihnen den SC-Fußball vermitteln. "Parallel ausbilden und Punkte holen", möchte er. Das sei sein "Lieblingsszenario", sagt der Fußballlehrer vor seiner zweiten Saison mit den Freiburgern, was kurzfristig beinhaltet: "So gut wie möglich in die Saison starten, um frühzeitig einige Punkte zu haben. Dann ist die Ausbildung einfacher, weil der Ergebnisdruck nicht so vorhanden ist."

Die vierte Liga Süd, die wie alle Regionalligen etwas reformiert wurde und jetzt unter dem Label Südwest läuft, sieht der 46-Jährige als gutes Pflaster. "Sie hat ein tolles Niveau und ist eine große Herausforderung für unsere Spieler." Das gilt gleich von Beginn an, denn Eintracht Trier (bisher Regionalliga West) – mit dem Ex-Freiburger Torge Hollmann – stuft Zembrod als einen der Ligafavoriten ein. Da wisse man schon am ersten Spieltag "wo der Hammer hängt."

Personell gesehen gab es einen sanften Umbruch. Die Abgänge sind erheblich, da doch einige Stammspieler (Endres, Sautner, Budak) gegangen sind. Ein starkes Gerüst ist aber geblieben mit Spielern wie Marc Lais, Tobias Klein oder Dennis Russ. Neu im Kader sind fast nur interne Zugänge aus der U 19.

Spielerisch hat die Mannschaft dadurch weiterhin gehobenes Niveau. Sebastian Kerk, Sandro Knab, Nico Gutjahr, Mike Schulz oder Mohamed Gouaida sind ausgezeichnete Spieler, sie haben beste Voraussetzungen und durch die A-Junioren-Bundesliga bereits ein hohes Level erreicht. "Es wird schon gegen Trier der eine oder andere spielen", kündigt Zembrod an, dem sich auch auf der Torhüterposition eine gute Mischung bietet. Dominik Bergdorf reiht sich ein, in die inzwischen stattliche Riege der gut ausgebildeten Keeper im Mösle, wenngleich es wie in der vergangenen Saison wieder so sein wird, dass man sich abwechselt; auch mit den Profis Daniel Batz und Alexander Schwolow – zumal Alexander Jäger (Mittelfußbruch) länger fehlt. Als vergleichsweise gestandener Innenverteidiger kam Marco Raimondo-Metzger dazu, der in praktisch der selben Liga zuletzt in Worms Stammspieler war. Aus Göppingen kam Tim Schraml. Abzuwarten bleibt die Rolle von Ex-Profi Christian Bickel, der nach Verletzungsdramen in seiner Zeit bei Jahn Regensburg zurück ist im Breisgau. Probleme gibt’s momentan noch auf der linken Abwehrseite, wo Nicolai Lorenzoni gesetzt sein sollte, aktuell aber noch Rückstand hat. Hier dürfte Christian Günter, der bei den Profis trainiert und an diesem Wochenende beim Kaiserstuhl-Cup mit von der Partie ist, im Laufe der Saison noch eine Rolle spielen. Gegen Trier wird aber ausnahmsweise Umberto Tedesco die linke Abwehrseite besetzen. Er ist eigentlich ein Offensiver. Doch in allen SC-Teams wird ja eines groß geschrieben: Flexibilität.

Autor: Uwe Rogowski