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04. Februar 2012
Hauptsache schnell
Die Optik des neuen Formel-1-Autos von Ferrari ist umstritten / Chefdesigner: "Ein hässliches Auto ist eines, das nicht gewinnt".
MARANELLO (dpa). Im Internet hat Ferrari am Freitag sein neues Formel-1-Auto vorgestellt. Die feierliche Zeremonie in Maranello war wegen Schnee und Kälte abgesagt worden. Dafür schickte Präsident Luca di Montezemolo per Videobotschaft kämpferische Worte an die Konkurrenz: "Das wird eine rote Saison." Dafür setzt Ferrari auf einen besonders ausgeprägten Nasenhöcker.
Die neue sogenannte rote Göttin hat einen mächtigen Knick auf der Nase. Auch Ferrari hat sich beim Design seines neuen Formel-1-Autos für die gewöhnungsbedürftige Optik mit Nasenhöcker auf Höhe der Vorderachse entschieden. Doch bei keinem anderen Team fällt die Nasenvariante derartig drastisch aus, wie bei den Italienern. Das Team selbst gab zu, dass der Höcker nicht gerade ästhetisch sei. "Er sieht sehr anders aus als in den vergangenen beiden Jahren", sagte der spanische Pilot Fernando Alonso. Stallkollege Felipe Massa bezeichnete den Wagen insgesamt als aggressiv."Ich hoffe, er ist schnell, denn schön ist er mit Sicherheit nicht", kommentierte ein Fan beim Onlinenetzwerk Facebook das Auto. Schönheit liegt aber auch in der Formel 1 im Auge des Betrachters. "Für mich ist ein hässliches Auto letztlich eines, das nicht gewinnt und ein schönes ist eines, das gewinnt", sagte Ferrari-Chefdesigner Nicolas Tombazis. Ebenso wie Caterham und auch Force India mit dem deutschen Rennrückkehrer Nico Hülkenberg wählte die Scuderia den markanten Nasenknick.
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Mitherausforderer McLaren glich den reglementierten Höhenunterschied zwischen Chassis und Nasenspitze hingegen mit einem geschwungenen Übergang aus, der auf den ersten Blick deutlich eleganter wirkt. Welchen Weg Design-Guru Adrian Newey für den neuen Red Bull von Doppelweltmeister Sebastian Vettel wählte, wird am kommenden Montag feststehen, wenn der RB 8 ebenfalls via Internet präsentiert wird. Am Dienstag fahren die Top-Autos dann erstmals gemeinsam auf die Strecke – mit Ausnahme des neuen Mercedes AMG. Das Team um Rekordweltmeister Michael Schumacher wird den neuen Silberpfeil erst zum zweiten Test vom 21. bis 24. Februar auf dem Circuit de Catalunya vorstellen.
Red Bull, McLaren und auch Ferrari haben daher vier Tage mehr Zeit für Tests mit dem neuen Auto. "Wir werden bereit sein beim ersten Rennen", kündigte Alonso an und sprach dann gleich noch Chef di Montezemolo aus dem Herzen: "Wir müssen um diesen Titel kämpfen. Wir wollen gewinnen." Der letzte WM-Triumph ist fünf Jahre her. Damals holte Kimi Räikkönen den Titel. Seitdem fährt Ferrari hinterher. Und ganz besonders Felipe Massa. "Er weiß, dass er Großes leisten muss", sagte di Montezemolo in seiner Videobotschaft. Denn nach der kommenden Saison endet Massas Vertrag.
Alonso, der seit seiner Titelverteidigung 2006 auf den dritten WM-Triumph wartet, ist hingegen der unumstrittene Star im Team. Nicht zuletzt seinetwegen dürfte auch der Sponsorenvertrag mit einer spanischen Großbank bis 2017 verlängert worden sein.
Teamchef Stefano Domenicali gab sich optimistisch: "Ich bin mir sicher, dass unser Auto von Beginn an gewinnen wird." Selbst wenn manche die Nase eher zum Rümpfen finden.
Autor: dpa
