Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
24. August 2009
Ohrringsuche beim Ausflug auf drei Rädern
Für Gespannfahrer Jörg Knodel legt sich eine Frau quer
MOTORSPORT. Ein wildes Duftgemisch dringt aus dem Zelt von Jörg Knodel: Methanol als Antriebsstoff, Rizinusöl als Schmiermittel – und Franzbranntwein auf den Unterarmen des 45-jährigen Hertingers. "Da spürt man die Schmerzen nicht so", erklärt Knodel, dem die Mühen des Gespannfahrens am Freitag ins Gesicht geschrieben sind. Eigentlich gehört Knodel zu den Enduro-Fahrern des MSC Rebland Hertingen, doch für das 38. Grasbahnrennen ist er umgestiegen: Erstmals lenkt ein Fahrer des Veranstalters selbst einen Seitenwagen.
Und das fast ohne Vorbereitung: "Lydia und ich haben einmal in Herxheim trainiert", sagt Knodel. Lydia Neuendorf ist eigentlich die Beifahrerin von Manuel Schramm (Tettnang), doch für diesen ungewöhnlichen Maschinenwechsel legt sie sich nun für Knodel quer über das dreirädrige Gefährt. Ein wagemutiger Balanceakt: "Beim ersten Lauf hat Lydia ihren Ohrring verloren", sagt Knodel scherzhaft. Frauen als Schmiermaxe sind in der Szene keine Seltenheit und wegen ihres geringen Gewichts sogar begehrt.
Als Dritte der B-Einsteigerklasse für Seitenwagen trifft das Duo nach dem Renen jede Menge anerkennende Schulterklopfer. "Er macht seine Sache wirklich gut", lobt Neuendorf ihren Piloten. Doch der fühlt sich auf Enduro-Maschinen wohler: "Das ist eine ganze andere Welt, da brauch’ ich für das Lenken in den Kurven viel weniger Kraft", erklärt Knodel.
Werbung
Dass der Hertinger zu den besten südbadischen Enduro-Fahrern zählt, zeigt er tags darauf mit Rang vier im Offroad-Cup. Den Titel in der Gesamtwertung kann er sich nach diesem Ausflug ins Gespann-Metier freilich abschminken. Dafür haben seine Enduro-Konkurrenten am Freitag zu viele Punkte eingefahren. "Egal", sagt Knodel, dessen Frau Nicola zweite Vorsitzende beim MSC ist, "für den Verein muss man manchmal verrückte Sachen machen".
Hertingen: Viel Lob für die Veranstalter
Autor: Matthias Kaufhold
