Ein Traumtag im Mountainbike-Sattel

Wolfgang Scheu  und Annemarie Zwick

Von Wolfgang Scheu (Fotos) und Annemarie Zwick (Text)

Mo, 10. September 2018

Mountainbike

Der Schwarzwald-Bike-Marathon lockt 2292 Starter auf vier ebenso reizvolle wie kraftraubende Strecken rund um Furtwangen.

MOUNTAINBIKE. Kaiserwetter beflügelte gestern die Teilnehmer beim 22. Schwarzwald-Bike-Marathon in und um Furtwangen. So schien es zumindest an der Strecke und so äußerten sich auch viele Bergradler später im Ziel. Etliche Schwarzwälder nutzten das Rennen als letzten Formtest für die Marathon-WM eine Woche später in den Dolomiten.

Gemeinsam würden sie stark sein – dieses Kalkül ging auf. Luca Girke und Simon Gutmann setzten sich mit hohem Tempo gemeinsam an die Spitze, distanzierten die Konkurrenz und landeten am Ende einen Doppelsieg über 42 Kilometer für ihren Breitnauer Rennstall Freiburger Pilsner Merida Team. Die Bedingungen waren "perfekt", lobten Girke und Gutmann, am unangenehmsten fanden beide den Asphalt in der Endphase des Rennens. Kurz vor der Katharinenhöhe hatte Girke sich von seinem Teamkollegen gelöst, nach 1:21:54,2 Stunden betrug sein Vorsprung im Ziel 1:24,1 Minuten.

"Ah nee, oder?!" – völlig perplex reagierte Annette Rümmele (Todtnau), als sie im Ziel als Siegerin über 42 Kilometer in Empfang genommen wurde. "Keine Ahnung" hatte sie, dass sie die schnellste Frau auf der kürzesten Strecke war. "Es war so schwer, ich hab’ so wenig trainiert", verriet sie anschließend. Über lange Strecken sei sie allein unterwegs gewesen. Mit ihrer Siegerzeit von 1:35:53,0 Stunden distanzierte sie die zweitplatzierte Susanne Stampf (Freiburg) um 5:20 Minuten. Schneller als diese war die 16-jährige Alessa Riesterer (Münstertal/ 1:40:34,0), die den Jugendcup gewann.

Profi Simon Stiebjahn teilte sich die 120 Kilometer diesmal als Zweier-Staffel mit Manuel Pfaff. Nach Hälfte der Strecke auf der Katharinenhöhe übernahm der Langenordnacher und ging von Position drei mit etwa dreieinhalb Minuten Rückstand auf die zweite Streckenhälfte. Dort machte er mächtig Zeit gut und fuhr die Staffel Pfaff/Stiebjahn in der Gesamtzeit von 4:35:00,1 Stunden zum überlegenen Sieg. Nebenbei nahm er 120-Kilometer-Sieger Christian Kreuchler etwa zehn Minuten ab. "Ich wollte einen harten Test fahren, das ist gelungen", sagte Stiebjahn danach. Bei der Weltmeisterschaft am Wochenende wäre er mit einem Ergebnis "Richtung Top Ten sehr zufrieden".