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21. März 2017

Fast ins Auge gegangen

Sabine Spitz wird auf der ersten Etappe des Cape Epic in Südafrika im Duo Zweite – mit Cut über dem Auge.

  1. Verstaubt wie unter Tage: Sabine Spitz in Südafrika, wo sie nun Gesamtzweite ist. Foto: Ralf Schäuble

MOUNTAINBIKE (uwo/BZ). Schockmoment für Sabine Spitz: Auf der ersten Etappe der Cape Epic in Südafrika am Montag stürzte die Mountainbikerin aus Niederhof und zog sich einen Cut oberhalb des linken Auges zu. Die Olympiasiegerin fuhr das Rennen mit ihrer südafrikanischen Team-Partnerin Robyn de Groot aber zu Ende und wurde Zweite.

Vor dem Start am Montagmorgen hatte sie noch ihr schönstes Lächeln aufgesetzt. "Ich bin sehr erfreut über die Führung nach dem Prolog", sagte Sabine Spitz. Die Bedingungen seien bestens, "ich freue mich auf das Rennen. Es ist ja ein schöner, warmer Tag".

Sportlich lief es dann auch zunächst recht angenehm für die 45-jährige Comebackerin, die im Team WIAWIS eine neue Heimat gefunden hat. Der erste Tagesabschnitt des Etappenrennens in Hermanus, östlich von Kapstadt gelegen, führte über staubige Strecken wie auch perfekten Asphalt. Spitz/de Groot hielten sich über die großteils ruppigen 101 Kilometer (2350 Höhenmeter) vorne im Feld. Doch als Esther Süß (Schweiz) und Jennie Stenerhag (Schweden), die den Prolog am Sonntag mit 39 Sekunden Abstand als Zweite beendet hatten, nach 5:10,04 Stunden Hand in Hand das Ziel passierten, machte bereits der Crash von Sabine Spitz die Runde. Später gab es Bilder mit einem blutigen Gesicht der Niederhoferin, die so verstaubt aussah, als wäre sie gerade zwei Wochen unter Tage gewesen. Mit acht Stichen wurde die Risswunde der Deutschen versorgt. Sie war vor dem letzten Anstieg in einem Graben 20 Kilometer vor dem Ziel aufgeschlagen.

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Immerhin schien Sabine Spitz, die im Vorjahr Zweite war, ohne schwere Verletzung davon gekommen zu sein, sie lächelte bei ihrer Zielankunft, nach der ein Rückstand von 9:31,8 Minuten und Platz zwei in der Gesamtwertung zu Buche stand. Die Drittplatzierten hatten Spitz/de Groot bei 30 Grad um mehr als zwei Minuten auf Distanz gehalten. Adelheid Morath aus St. Märgen beendete die erste Etappe auf Platz vier (+21:22,7).

Am Sonntag war Sabine Spitz perfekt in die 14. Auflage des wohl schwersten und bedeutendsten Mountainbike-Etappenrennens gestartet. Die deutsche Meisterin gewann mit ihrer südafrikanischen Partnerin in Meerendal den 26 Kilometer langen Prolog in 1:15:26 Stunden. Das Team harmonierte beim ersten gemeinsamen Renneinsatz auf Anhieb und lag bereits bei der ersten Zwischenzeit in Führung, 18 Sekunden vor Süss und Stenerhag. "Sabine ist sehr schnell gestartet und ich musste alles geben um folgen zu können", sagte de Groot, doch Spitz spielte den Ball zurück: "Robyn war dafür am Ende sehr stark." Für Spitz war es der vierte Etappensieg beim Cape Epic, nachdem sie im Vorjahr mit Yana Belomoina (UKraine) drei Tagesabschnitte gewonnen hatte. Zum ersten Mal hatte sie sich aber das orangene Jersey der Führenden überstreifen dürfen. Das ist sie vorerst wieder los. Bis zum Abschluss am Sonntag bieten sich aber noch sechs weitere Gelegenheiten.

Autor: uwo, bz