Härteste WM-Strecke?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 14. September 2018

Mountainbike

Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz vor der Marathon-Weltmeisterschaft in Italien.

MOUNTAINBIKE (BZ). Ihre Laufbahn im olympischen Cross-Country geht zu Ende, die langen Distanzen wird Sabine Spitz aber auch weiterhin fahren. Am Wochenende tritt die Niederhoferin als Vizeweltmeisterin bei der Marathon-WM an. Mit bedingt guten Chancen.

Diesmal werden die Weltmeister auf der Mountainbike-Langstrecke vor der Traumkulisse der italienischen Dolomiten gesucht. Am Fuße der Drei Zinnen mit dem höchsten Punkt auf 2333 Metern und Start in Auronzo di Cadore, sind für die Frauen 89 Kilometer mit 3400 Höhenmetern zu bewältigen. Doch die Zahlen sind nur die halbe Wahrheit. Das durfte Sabine Spitz beim ersten Test auf der anspruchsvollen Runde erfahren. "Die Bergkulisse hier ist wirklich genial", sagte sie in dieser Woche. Aber das Gelände sei "sehr steil, da die Höhenmeter auf relativ wenige Kilometer verteilt sind", berichtet sie. "Ultraharte Anstiege" seien es, teilte sie ihren Internet-Followern mit. Das Bike-Magazin schreibt: "Die Forststraßen rund um die Drei Zinnen sind oft rau und mit großen Felsen durchsetzt."

Schon der erste lange Anstieg ist mit einer durchschnittlichen Steigung von 16 Prozent extrem und damit sehr selektiv. Dazu kommt ein teils sehr ruppiger, hochalpiner, mit viel Geröll durchsetzter und so äußerst rutschiger Untergrund. "Das ist die härteste Marathon-WM-Strecke, die ich bisher gefahren bin, und das Gegenteil zur letztjährigen WM-Runde in Singen, wo viel Taktik gefragt war", so Spitz’ Einschätzung. Die Deutsche Meisterin ist sich nicht sicher, ob ihr die Strecke in der aktuellen Verfassung entgegenkommt. "Einerseits ja, weil der komplette Mountainbiker gefordert ist", alle MTB-Facetten gefragt seien. "Anderseits sind mir die Anstiege aber eindeutig zu steil." Dazu kommt das große Fragezeichen, was die Leistungsfähigkeit der Weltmeisterin von 2008 nach der Verletzungspause aktuell hergibt. Sicher ist nur, dass Spitz im Gegensatz zur Heim-WM 2017 in Singen – als sie als Mitfavoritin Silber gewann – nicht zu den heißesten Podest-Kandidatinnen zählt, auch wenn eine Medaille bei einer WM natürlich "immer ein Ziel ist", so ihr Manager Ralf Schäuble.

Favoritinnen sind Titelverteidigerin Annika Langvad (Dänemark), Europameisterin Gunn-Rita Dahle (Norwegen) und wohl auch Cross-Country-Weltmeisterin Kate Courtney (USA). Das Frauenrennen startet am Samstag um 9.45 Uhr. Es wird mit einer Renndauer von rund fünfeinhalb Stunden gerechnet.