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20. August 2012 07:27 Uhr

Team-Wertung

Simon Stiebjahn gewinnt die Trans-Schwarzwald

Souveräner Gesamtsieg für Stiebjahn aus Titisee-Neustadt und Partner Nicolai: Das Duo gewann nach fünf Tagen, 394 Kilometern und mehr als 10.000 Höhenmetern die Trans-Schwarzwald.

  1. Sieger in der zweiten Reihe: Der Neustädter Simon Stiebjahn (links hinten) und sein Partner Marcus Nicolai vom Teams Bulls setzten sich auf der vierten Etappe an die Spitze und feierten am Sonntag bei der Fahrt nach Pforzheim den Gesamtsieg in der Teamwertung der Trans-Schwarzwald. Foto: sportograf

Schnellster Einzelfahrer war Weltcup-Fahrer Jochen Käß. Bei den Frauen gewann Milena Landtwing.

Auf der letzten Etappe bot Jochen Käß (Multivan-Merida), der am Samstag auf der nur 68,5 Kilometer langen Etappe mit einer spektakulären Abfahrt den bis dahin führenden deutschen Marathon-Meister Markus Kaufmann an der Spitze der Gesamtwerung abgelöst hatte, ebenso eine Demonstration der Stärke, wie die U23-Nachwuchsfahrer Simon Stiebjahn und Marcus Nicolai, die einen der größten Erfolge ihrer Karriere feiern durften – und ebenfalls am Samstag erstmals die Gesamtführung übernommen hatten.

Strahlender Sonnenschein und 38 Grad Hitze erwartete am Sonntagmittag die 475 Finisher der siebten Trans-Schwarzwald auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände in Pforzheim. Dem 31-jährigen Weltcup-Profi Jochen Käß vom Multivan-Merida-Team, der im Juni das Tälercup-Rennen in Titisee-Neustadt gewonnen hatte, reichte auf der letzten Etappe von Sasbachwalden nach Pforzheim der dritte Platz in der Tageswertung, um sein Führungstrikot zu verteidigen. Käß dominierte nach insgesamt 15:00,58 Stunden Fahrzeit um 1:34 Minuten vor Markus Kaufmann vom Team Centurion. Dritter in der Gesamtwertung wurde Käß’ Teamkollege Hannes Genze, der die letzte Etappe in 3:28,56 Stunden im Zielsprint vor Kaufmann gewann.

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Bei den Frauen konnte die Schweizerin Milena Landtwing ihre Gesamtführung souverän verteidigen, obwohl sie wegen eines Raddefekts zu Beginn der letzten Etappe nur als Vierte mit über sechs Minuten Rückstand in Pforzheim ankam. Die fünfte und letzte Etappe konnte Ann-Katrin Hellstern vom Team Hochschwarzwald in 4:13,07 Stunden für sich entschieden, die im Laufe der Woche immer besser in Schwung gekommen war. Tageszweite wurde Hanna Klein vom Team Rothaus-Poison, die damit in der Gesamtwertung Rang drei belegte. Bettina Uhlig vom Neustädter Wheeler-IXS-Team fuhr auf der letzten Etappe auf Rang drei und belegte damit in der Gesamtwertung hinter Milena Landtwing den zweiten Platz.

In der Teamwertung konnten Simon Stiebjahn und Marcus Nicolai vom Team Bulls einen der größten Erfolge ihrer jungen Karriere verbuchen. Sie mussten sich am letzten Tag lediglich um die Hinterräder ihrer härtesten Konkurrenten Matthias Pfrommer und Daniel Aspacher (Haico-Racing) kümmern und überquerten als Tagesdritte noch 28 Sekunden vor Pfrommer und Aspacher die Ziellinie. Ihr Gesamtsieg war auf der letzten Etappe zu keiner Zeit gefährdet und der Vorsprung betrug nach fünf Etappen 1:22 Minuten. Tagessieger wurden die am Vortag gebeutelten Rupert Palmberger und Daniel Geismayr (Centurion), die ihren dritten Gesamtrang sicherten.

Die Masters-Wertung gewannen Udo Bölts und Andreas Strobel vom Team Centurion mit fünf Tagessiegen überlegen. Die "Grand-Master" Uli Rottler und sein Partner Reimund Dietzen konnten in Pforzheim nach 2006 und 2007 ihren dritten gemeinsamen Gesamtsieg feiern, damals siegten sie in der Masters-Klasse. Für den 58-jährigen Villinger Uli Rottler war es bereits der siebte Trans Schwarzwald-Sieg in Folge. Das Duo hatte die Nase auf allen fünf Etappen deutlich vorne.

Hinter Matthias Bettinger liegen fünf Tage voller Emotionen. Der 28-jährige Breitnauer kurbelte am ersten Tag von Donaueschingen nach Grafenhausen als Dritter ins Ziel, gab dann als bekennender Schlechtwetterfahrer bei Matsch und Regen ("mein Lieblingswetter") auf der Etappe nach Schonach mächtig Gas – um dann, den möglichen Sieg vor Augen, zugunsten eines Teamkollegen auf seinen Vorteil zu verzichten. In der Abfahrt nach Furtwangen fuhr Daniel Geismayer, der mit seinem Partner Rupert Palmberger die Teamwertung anführte, seinen Vorderreifen platt. Bettinger ("ich hab’ da so ein Helfergen in mir") konnte nicht anders. Anhalten, sein Vorderrad aus- und bei Geismayer einbauen, war eins. "Und dann stand ich da mit dem Platten", so Bettinger. Doch der Breitnauer ist ein flinker Monteur. Und so war der Reifen im Nu wieder flott – doch die Spitze war enteilt. Als Siebter erreichte Bettinger das Ziel in Schonach. Auf der dritten Etappe, die erstmals Jochen Käß (Multivan-Merida) im Sprint vor Markus Kaufmann (Centurion) gewann, wurde Bettinger auf der Abfahrt nach Wolfach von einer Biene in den Oberarm gestochen. Der Arm schwoll an. Doch Bettinger kämpfte – und erreichte als Neunter das Ziel. Am Samstag kurbelte Bettinger mit guten Beinen an der Spitze und rollte hinter Jochen Käß, der damit die Gesamtführung übernahm, Markus Kaufmann und Hannes Genze (Merida) als Vierter ins Ziel. Am Sonntag wurde er Fünfter und beendete die Trans-Schwarzwald auch als Fünfter der Gesamtwertung. In der Mixed-Wertung lief es unglücklich für das Ehepaar Bianca und Jens Purath aus Hubertshofen. Jens Purath war nach einem Magen-Darm-Infekt nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Nach zwei Tagen kam das Aus.

Autor: pdis/BZ


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