Vom Schnee in die Gluthitze

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Di, 12. Februar 2019

Mountainbike

MTB-Profi Simon Stiebjahn feiert zum Saisonstart in Südafrika mit Urs Huber einen Etappensieg.

MOUNTAINBIKE. Simon Stiebjahn, MTB-Profi aus dem Neustädter Ortsteil Langenordnach, hat mit seinem Partner Urs Huber in Südafrika das viertägige Tankwa-Trek-Etappenrennen in Ceres mit einem Etappensieg und auf Gesamtrang vier beendet. Ohne ein Missgeschick am dritten Tag wäre für den fünfmaligen Bundesliga-Gesamtsieger allerdings mehr möglich gewesen.

"Es war eine wichtige Bestätigung, dass das Training über den Winter gut war", zog Simon Stiebjahn als Resümee. "Abgesehen von Tag eins lief es super für uns. Der Formaufbau in Richtung Cape Epic passt und als Team harmonieren Urs und ich perfekt." An diesem ersten Tag in Südafrika wurde das Etappenrennen in den Nachmittagsstunden gestartet und Simon Stiebjahn hatte, aus Schnee bedeckter Heimat angereist, mit 42 Grad Celsius seine liebe Mühe. Nach den ersten 29 Kilometern erreichten Stiebjahn/Huber mit 3:17 Minuten Rückstand auf die Siegern Manuel Fumic/Henrique Avancini (Kirchheim/Brasilien) das Ziel. Die zweite Etappe beendeten Stiebjahn/Huber, im Sprint hauchdünn von Fumic/Avancini geschlagen, auf Rang zwei und verbesserten sich in der Gesamtwertung vom zwölften auf den vierten Platz. Am dritten Tag waren Stiebjahn und sein Teampartner auf dem Weg zum Etappensieg. Nach einem 20 Kilometer langen Anstieg hatten sie hinter den beiden Südafrikanern Matthys Beukes und Philipp Buys die Bergwertung als Zweite passiert, holten bergab die Konkurrenten ein und lagen fünf Kilometer vor dem Ziel 2:20 Minuten vor dem Spitzenduo. Freudestrahlend passierten Stiebjahn/Huber die Ziellinie und wähnten sie sich als Etappensieger. Doch es war ein kurzes Hochgefühl. Der Hochschwarzwälder und sein Partner sowie die beiden Südafrikaner hatten eine Abzweigung verpasst. Ein Protest wurde abgelehnt, so dass Stiebjahn/Huber 4:33 Minuten verloren. Ein Podest-Ergebnis in der Gesamtwertung war damit dahin.

Manuel Fumic attestierte Stiebjahn und Huber "eine starke Leistung" und registrierte, dass sie "sicher gewonnen hätten". Bei Stiebjahn und Huber blieb Ärger zurück, aber immerhin die Gewissheit, dass sie sich in bester Verfassung befinden. Das stellte das Bulls-Duo dann am Schlusstag über 89 Kilometer unter Beweis. Zehn Kilometer vor dem Ziel griffen sie an einer steilen Rampe an und fuhren zum Etappensieg – elf Sekunden vor den Gesamtsiegern Fumic/Avancini, nachdem sich Stiebjahn 500 Meter vor dem Ziel noch einen Plattfuß geholt hatte. Mit 7:40 Minuten Rückstand auf die Sieger belegten Stiebjahn/Huber Rang vier. Jakob Niemeyer vom Breitnauer Team Freiburger Pilsner-Merida beendete die Konkurrenz mit dem Südafrikaner Lodewicus Breyytenbach mit 1:38:07 Stunden Rückstand auf die Sieger auf Rang 18n. Der 18-jährige Niemeyer freute sich dennoch über die ersten Weltranglistenpunkte in der U23-Kategorie.

Horvath verstärkt Breitnauer Rennstall

Das Team für die Mountainbike-Saison 2019 war eigentlich schon formiert, da öffnete die Breitnauer MTB-Equipe Freiburger Pilsner-Merida doch noch einem Fahrer die Tür. David Horvath, der schon geraume Zeit in Breitnau lebt, ergänzt das Team von Rennstallchefin Andrea Gutmann. Horvath ist deutscher Vizemeister im Eliminator-Sprint und passt daher bestens zur Team-Fraktion um die Sprinter Heiko Hog, Simon Gutmann und Marius Kottal.

Der aus Reutlingen stammende Horvath kommt vom Stevens Racing Team und war zuvor beim Kirchzartener Lexware-Team unter Vertrag. 2015 war er Deutscher Meister im Eliminator-Sprint, doch in den vergangenen Jahren hatte Horvath mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen. Weil er sich auf sein Studium Wirtschaftsingenieurwesen in Furtwangen konzentrierte, sah man ihn kaum noch bei Cross-Country-Rennen. Heiko Hog und Co. sind Horvaths Trainingskollegen, seit er von Freiburg in den Hochschwarzwald gezogen ist. "Mit dem Team, das hat sich super ergeben", sagt der 23-Jährige. "Wir konnten zu David einfach nicht nein sagen und heißen ihn herzlich willkommen", erklärt Team-Chefin Andrea Gutmann.