Wilde Bike-Party in "Fiddlebrugg"

Text von Annemarie Zwick, fotografiert von Patrick Seeger

Von Text von Annemarie Zwick & fotografiert von Patrick Seeger

Mo, 19. Juni 2017

Mountainbike

Impressionen rund um den 19. Black-Forest-Ultra-Bike-Marathon /.

Beim Zieleinlauf im Kirchzartener Stadion war ihm die Anstrengung anzusehen. Wenig später bestätigte Matthias Bettinger am Boden sitzend, dass die 117-Kilometer-Runde bei großer Wärme und gegen hochklassige Konkurrenz ihn geschlaucht hatte. "Zähe Kiste", sagte er knapp. Der 33-jährige Breitnauer hatte sich "bis Aftersteg richtig gut" gefühlt, doch dann konnte er eine Tempoverschärfung nicht mitgehen. Bettinger hoffte, dass seine vier Kollegen mal wieder langsamer werden würden, aber den Anschluss an das führende Quartett schaffte er nicht mehr. Der Hochschwarzwälder, der am Samstag noch gearbeitet hatte, rollte knapp fünf Minuten hinter Sieger Jochen Käß als Siebter ins Ziel, obwohl er beim "Ultra" in Kirchzarten "noch nie so schnell gefahren" sei. Unterwegs freute er sich über die Unterstützung von vielen bekannten Gesichtern an der Strecke. Und seine Zeit reichte für Rang drei in der Seniorenklasse 1.

Lina Riesterer "wollte nur Spaß haben", verriet die Breitnauerin, Jahrgang 2002, beim Sieger-Interview. Denn völlig unverhofft hatte der Teenager aus dem Kirchzartener Lexware-Mountainbike-Team den Short Track über 43 Kilometer gewonnen. Im vergangenen Jahr war sie noch in der Schülerklasse gestartet, gestern ging Lina Riesterer in Hinterzarten an den Start zur kürzesten der fünf Distanzen. "Ohne Erwartungen", teilweise musste sie allein fahren und gegen Ende waren ihre Beine "schrecklich", so ihr Eindruck. Doch im Ziel war sie nach 1:43:42,9 Stunden schnellste Bikerin auf der Kurzstrecke und gewann deutlich vor den Kirchzartenerinnen Eva-Maria Dorer (1:45:34,1) und Annika Birkenmeier.

Im Short Track gab’s für die Hochschwarzwälder noch mehr Grund zum Jubeln: Das Freiburger Pilsner Merida-Team aus Breitnau brachte gleich zwei junge Biker aufs Siegerpodest. Heiko Hog teilte sich den Sieg mit dem zeitgleichen Jannick Zurnieden (Freiburg/1:23:26,7) und Simon Gutmann wurde mit 20 Sekunden Rückstand Dritter. Teamchefin Andrea Gutmann war stolz auf ihre Jungs.

Im Speed Track der Senioren 1 schafften es die Neustädter André Rudiger und Benjamin Hirt von der Rothaus-Bergradsportgruppe auf die Plätze zwei und drei.