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12. Mai 2014

Auf dem Weg zum Klemmbachstrand

120 Interessierte bringen sich bei der Müllheimer Zukunftswerkstatt mit ihren Ideen ein.

  1. Zukunftswerkstatt Müllheim Foto: Beatrice Ehrlich

MÜLLHEIM (hrl). Ein Schultag nicht wie jeder andere: Am Samstagnachmittag herrscht reger Betrieb in der Rosenburgschule. Die Müllheimer Zukunftswerkstatt hat viele Menschen auf die Beine gebracht. Überall im Schulhaus stehen und sitzen Gruppen in angeregte Gespräche vertieft. Alle sind vertreten, ein bunter Querschnitt durch die Stadt: Ältere und Jüngere, Männer und Frauen, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Vertreter verschiedener Vereine und Wohlfahrtsorganisationen und des neu ins Leben gerufenen "Generationennetzwerks", Gemeinderatskandidaten. Bei der Begrüßung am frühen Nachmittag hätten die Sitzplätze in der Aula gar nicht ausgereicht, etwa 120 Teilnehmer seien da gewesen, berichtet Marion Kampmann, Beauftragte für Senioren und Ehrenamt im Müllheimer Rathaus. Inzwischen sind es etwas weniger geworden. Unter dem Motto "Müllheim macht's – gemeinsam Zukunft gestalten" waren – nach einer ersten, internen Veranstaltung mit Fachleuten – die Bürger gefragt, sich in Kleingruppen mit den Themen "Jung und Alt gemeinsam aktiv", "Älter werden in der Stadt" und "Stadtentwicklung und Ortsteile" auseinanderzusetzen.

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17 Uhr: Die Ergebnisse der vier- bis fünfköpfigen Gruppen werden zunächst innerhalb der drei Themenbereiche zusammengetragen. Einer der insgesamt neun Moderatoren – neben den beiden externen Prozessbegleitern Frieder Hartung und Thomas Uhlendahl sind Roland Hess, Bernd Jahn, Carmen Krämer, Verena Berg-Östringer, Norbert Mechsner, Gunther Schneider und Claudia Frank-Metz als Ko-Moderatoren im Einsatz – schreibt die einzelnen Vorschläge mit, die in den Gruppen in angeregten Gesprächen entstanden sind. Ein zentraler Begegnungsort, bezahlbarer Wohnraum, generationsübergreifende Wohnprojekte, mehr Sitzgelegenheiten, Barrierefreiheit in der Stadt und am Bahnhof sowie ein dichter getakteter öffentlicher Personennahverkehr. Aber auch kreative Ideen wie ein Gemeinschaftsgarten oder ein Strand am Klemmbach werden festgehalten. Nun sind die anderen Gruppenmitglieder aufgefordert, die Vorschläge, je nach Dringlichkeit in eine Reihenfolge zu bringen.

Bei bester Stimmung werden kurz später die ausfüllten Arbeitsbögen im Plenum vorgestellt. Rote und grüne Aufkleber-Punkte zeigen, welche Punkte die meiste Zustimmung gefunden haben. Zusätzlich waren die Gruppen aufgefordert, Zielvorstellungen zu formulieren. Sie fallen durch die Bank ambitioniert aus und werden, nach getaner Arbeit, von allen vergnügt beklatscht: Müllheim ist 2025 die geburtenreichste Stadt Baden-Württembergs, aus leerstehenden Gebäuden vor allem in den Ortsteilen sind blühende Treffpunkte der Dorfgemeinschaft geworden. "Wie geht"s weiter?" Frieder Hartung, der im Rahmen des integrierten Managementverfahrens "Familienfreundliche, bürgeraktive und demografiesensible Kommune" des Landes Baden-Württemberg das Projekt begleitet, erklärt, welche Schritte nun folgen werden. Zunächst soll eine ausführliche Dokumentation der Ergebnisse erstellt werden, die dann der Projektgruppe mit den Fachleuten und zu guter Letzt dem Gemeinderat vorgelegt wird. Schritt für Schritt soll so ein Handlungskonzept entstehen. "Hoffentlich wird der Ball jetzt auch zurückgespielt", bringt ein Mann den Wunsch der Teilnehmer an die Stadt auf den Punkt.

Autor: hrl